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Amantha Imber: Time Wise

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Die Top 100 besten Sachbücher und Ratgeber (Liste)


Über die Autorin (Amantha Imber)

Dr. Amantha Imber ist eine australische Autorin, Unternehmerin und Podcasterin.

Die promovierte Organisationspsychologin leitet die Unternehmensberatung Inventium, die sie selbst gegründet hat. Das Unternehmen arbeitet komplett remote, d.h. es gibt keine Büros. Mitte 2020 stellte Imber auf die 4-Tage-Woche bei voller Lohnfortzahlung um, woraufhin die Produktivität um 26 Prozent zunahm.

In ihrem Podcast How I Work, der schon mehr als 5 Millionen Downloads zu verzeichnen hat, interviewt Imber produktive High Performer zu ihrer Arbeitsweise. Ihr Buch Time Wise* enthält ihre wichtigsten Learnings und Erkenntnisse.

Zusammenfassung

Während der Corona-Pandemie hat sich das Leben vieler Wissensarbeiter grundlegend verändert. Da vermehrt im Homeoffice gearbeitet wird, gibt es mehr Meetings, E-Mails und Chat-Nachrichten. Die Betroffenen arbeiten länger und oft auch am Wochenende – ohne jedoch mehr zu erreichen.

Die Autorin hatte festgestellt, dass die High Performer völlig anders mit ihrer Zeit umgingen als die Normalsterblichen. Um von ihnen zu lernen, hat sie ihren Podcast How I Work ins Leben gerufen. Ihr Buch Time Wise* enthält eine Auswahl der besten Ratschläge ihrer Interviewgäste. Es ist in 7 Abschnitte gegliedert, die die entscheidenden Säulen des produktiven Arbeitens abdecken:

  1. Prioritäten: Die meisten Menschen arbeiten fast ausschließlich reaktiv. Sie reagieren auf E-Mails, Anrufe und die spontanen Ideen ihres Chefs. Doch erstrebenswerte Ziele lassen sich nur mit proaktiver Arbeit erreichen. Wie können wir der Reaktivitätsfalle entkommen? Zunächst müssen wir unsere Prioritäten klären. Dann gilt es Maßnahmen zu ergreifen, die uns erlauben, mehr an den wichtigen Dingen zu arbeiten.
  2. Struktur: Unsere Produktivität steht und fällt mit der Struktur unserer Arbeitstage. Nutzen wir unsere Prime-Zeit für die anspruchsvollsten Aufgaben? Gibt es genug Pausen und Freiräume?
  3. Effizienz: Erst nachdem wir unseren Arbeitstag sinnvoll strukturiert haben, sollten wir uns eine effiziente Arbeitsweise angewöhnen, um Zeit und Energie zu sparen und das Maximum aus uns herauszuholen.
  4. Fokus: Der größte Feind des produktiven Arbeitens sind die unnötigen Ablenkungen und Unterbrechungen, die heutzutage meist von Smartphones und Social Media ausgehen. Wir sollten Maßnahmen ergreifen, um weniger anfällig für externe Ablenkungen zu sein und uns weniger abzulenken.
  5. Reflektion: Um sicherzustellen, dass wir uns auf direktem Kurs in Richtung unserer mittel- und langfristen Ziele befinden, sollten wir uns regelmäßig Zeit nehmen, um einen Schritt zurückzutreten und einen Blick auf das große Ganze zu werfen.
  6. Verbindung: Menschen sind keine Inseln. Nicht nur unser beruflicher Erfolg, sondern auch unsere psychische Gesundheit hängt von unseren Beziehungen zu anderen Menschen ab. Darum sollten wir bessere Netzwerker werden und unsere sozialen Beziehungen erfüllender gestalten.
  7. Energie: Wir können einiges dafür tun, unser Energieniveau zu erhöhen und die Reichweite unseres mentalen Akkus zu steigern.

Zu jeder dieser 7 Säulen der Produktivität enthält das Buch mehr als ein Dutzend praktische Ratschläge und Ideen, die ich im Rahmen dieser Zusammenfassung jedoch nicht in vollem Umfang wiedergeben kann. Es folgt eine Auswahl der interessantesten Inhalte, die ich zum Teil gebündelt und umsortiert habe.

Prioritäten (Säule 1)

Wie man Burnout vermeidet

Viele Menschen glauben, dass es auf eine möglichst ausgeglichene Work-Life-Balance ankäme. Das stimmt aber nicht. Studien zufolge ist entscheidend, dass uns mindestens 20 Prozent unserer arbeitsbezogenen Aktivitäten Freude bereiten. Zwischen 0 und 20 Prozent besteht eine starke negative Korrelation zwischen dem Anteil der Arbeit, die wir gerne tun, und dem Risiko für Burnout. Jenseits von 20 Prozent bringt eine Steigerung jedoch keinen zusätzlichen Vorteil.

Tools und Frameworks für bessere Entscheidungen

  • Heuristiken: Soll ich oder soll ich nicht? Entscheidungen können uns viel mentale Energie kosten. Wenn wir häufig ähnliche Entscheidungen zu treffen haben, sollten wir die entsprechende Situation einmal allgemein durchdenken und uns für die Zukunft eine Standard-Entscheidung zurechtlegen. Außerdem sollten wir uns überlegen, unter welchen Bedingungen wir von unserem Standard abweichen sollten. Faustformeln wie diese können uns das Leben deutlich einfacher machen und uns viel mentale Energie einsparen.
  • 4-Schritte-Framework für wichtige Lebensentscheidungen: Zunächst sollten wir die Entscheidung so formulieren, dass es nur zwei Optionen gibt, von denen eine auszuwählen ist. Dann sollten wir alle Daten und Fakten recherchieren, die für die Entscheidung relevant sind. Da Entscheidungen nachweislich schlechter werden, wenn man sich zu viel Zeit lässt, sollten wir einen Termin festlegen, an dem wir die Entscheidung treffen werden. Schließlich sollten wir einige weitere Termine bestimmen, zu denen wir die getroffene Entscheidung reflektieren, um gegebenenfalls Anpassungen vorzunehmen.
  • Fragen für sinnvolle Lebensentscheidungen: Wenn wir eine wichtige Lebensentscheidung zu treffen haben, sollten wir prüfen, ob unsere Optionen mit unseren wichtigsten Werten harmonieren. Weitere sinnvolle Fragen sind: Werde ich dadurch glücklicher? Werde ich den Prozess genießen oder geht es mir nur darum, das weit entfernte Ziel zu erreichen? Will ich es für mich oder nur für die Person, die ich gerne wäre?
  • Der persönliche Aufsichtsrat: Bevor wir wichtige Lebensentscheidungen treffen, sollten wir Feedback von klugen Menschen einholen, die uns gut kennen und denen an unserem langfristigen Wohl gelegen ist.
  • Den kompletten Eisberg betrachten: Wenn wir eine Entscheidung zu treffen haben, sehen wir häufig nur die offensichtlichen Folgen unserer Optionen. Bildlich gesprochen sehen wir nur jenen Teil des Eisbergs, der aus dem Wasser ragt. Das führt zum sogenannten Planungsfehlschluss: Wir unterschätzen, wie viele Ressourcen tatsächlich benötigt werden. Bevor wir uns entscheiden, sollten wir uns daher Zeit nehmen und gezielt jenen Teil des Eisbergs untersuchen, der sich unter der Wasseroberfläche befindet. Was sind die weniger offensichtlichen und sekundären Folgen unserer Optionen?
  • Bessere Entscheidungen für die ferne Zukunft treffen: Wenn ein Event erst in ferner Zukunft stattfindet, neigen wir dazu, uns zu leichtfertig zu committen. Um diesem Bias entgegenzusteuern, sollten wir uns fragen, wie wir entscheiden würden, wenn das Event nicht in ferner Zukunft, sondern bereits nächste Woche stattfinden würde.
  • Am Freitagnachmittag die kommende Woche planen: Wenn wir uns angewöhnen, die kommende Woche immer schon am Freitagnachmittag zu planen, können wir am Montagmorgen direkt loslegen.
  • Zombie-Projekte und Bullshit-Meetings killen: Wir sollten in regelmäßigen Abständen unsere Projektliste durchsehen und uns von allen Projekten trennen, die wir realistisch betrachtet ohnehin niemals beenden würden. Mit unseren Meetings und anderen Terminen sollten wir ebenso verfahren.

Wann wir an Meetings teilnehmen sollten

Studien zufolge hängt unsere Job-Zufriedenheit in hohem Maße von der Zufriedenheit mit den Meetings ab, an denen wir teilnehmen. Die meisten Meetings sind Zeitverschwendung – sie dauern viel zu lange oder sind komplett unnötig. Dass sie trotzdem abgehalten und besucht werden, liegt an Trägheit, der Angst etwas zu verpassen und daran, dass wir die Anzahl unserer Meetings (fälschlicherweise) als Maßstab für Produktivität und Leistung betrachten.

Wir sollten uns angewöhnen, nur dann an einem Meeting teilzunehmen, wenn mindestens eines der folgenden Kriterien erfüllt ist:

  • Unsere Teilnahme ist zwingend erforderlich
  • Die Teilnahme bereitet uns Freude
  • Das Meeting bringt uns unserem idealen Arbeitsleben näher

Nicht immer ist es möglich, einem unnötigen Meeting einfach so fernzubleiben. Wenn dies nicht möglich ist, sollten wir dem Organisator des Meetings eine E-Mail schreiben, in der wir ihm die folgenden drei Optionen geben:

  1. Er gibt zu, dass das Meeting überflüssig ist
  2. Er erklärt uns, warum das Meeting notwendig ist, gestattet uns aber, eine andere Person als Vertretung in das Meeting zu schicken
  3. Er erklärt uns den Grund des Meetings, welche Rolle und Verantwortung wir darin haben und welchen Beitrag er von unser erwartet

Struktur (Säule 2)

Was wir bei der Tagesplanung berücksichtigen sollten

Wir sollten unsere Arbeitstage stets im Voraus planen, damit wir jederzeit wissen, was zu tun ist. Ohne Plan geht es nicht. Wenn wir ohne bewussten Plan arbeiten, wird die Planung weitgehend unbewusst im Hintergrund ablaufen, was uns mentale Ressourcen kostet. Es wäre ein Fehler, 100 Prozent der Zeit zu verplanen, weil in dem Fall keine Zeit für Innovation und fruchtbare spontane Gespräche wäre.

Unser Tagesplan sollte auch Pausenzeiten enthalten. Wir sollten nicht nur planen, wann Pausen stattfinden, sondern auch, was wir in den Pausen tun. Studien haben ergeben, dass mehrere 5-minütige Gehpausen im Vergleich zu einer einzigen 30-minütigen Gehpause mehr Vorteile bringen.

Bei der Tagesplanung sollten wir uns nicht nur an der Wichtigkeit unserer Aufgaben orientieren, sondern auch an unserem Energieniveau, das aus biologischen Gründen im Tagesverlauf schwankt. Bei den meisten Menschen bricht die Leistung am frühen Nachmittag ein. Andere erleben ihr Leistungstief am Vormittag. Während des Tiefs beißen wir uns an geistig anspruchsvollen Aufgaben bildlich gesprochen die Zähne aus. Für diese Zeiten sollten wir Arbeitspausen oder weniger anspruchsvolle Aufgaben einplanen.

Wenn keine detaillierte Tagesplanung möglich ist, könnten wir zu Beginn jedes Arbeitstages ein Tageshighlight festlegen. Welche eine Aktivität oder Aufgabe von rund 60-90 Minuten Länge wollen wir am Ende des Tages erledigt haben?

Wenn unsere berufliche Situation gar keine Planung zulässt, weil wir häufig auf Dinge reagieren müssen, die sich nicht vorhersehen lassen, sollten wir unsere Aufgaben in Echtzeit in einem Logbuch protokollieren, um uns bewusst zu machen, wie wir unsere Zeit verwenden.

Wie wir unseren Arbeitstag beenden sollten

Wir neigen dazu, eine einmal begonnene Aufgabe ganz oder zumindest zum Teil beenden zu wollen, bevor wir in den Feierabend oder ins Wochenende gehen. Falls es sich um eine kreative Aufgabe handelt, spricht einiges dafür, die Arbeit mitten im Satz niederzulegen. So kann man am nächsten Arbeitstag leichter weiterarbeiten, weil klar ist, wie es weitergeht, und weil die unerledigte Aufgabe nach Feierabend unbewusst in unserem Gehirn weiterarbeitet. Diese Taktik ist nach dem bekannten US-amerikanischen Schriftsteller Ernest Hemingway benannt, der den Hemingway-Trick gewohnheitsmäßig angewendet haben soll.

Wenn wir hingegen nicht wollen, dass unsere Arbeit nach Feierabend in unserem Gehirn weiterarbeitet, sollten wir am Endes des Arbeitstages unseren Arbeitsplatz aufräumen und alles an seinem Platz verstauen. Studien zufolge färbt die Ordnung im Außen auf unseren Geist ab und lässt uns so besser abschalten.

Wie wir mit E-Mails umgehen sollten

Einiges spricht dafür, höchstens dreimal täglich in den E-Mail-Posteingang zu schauen. Eine Studie hat ergeben, dass Menschen, die ihre E-Mails nur dreimal täglich abrufen, deutlich weniger gestresst sind.

Wer zeitnah auf dringende E-Mails reagieren muss, sollte sich morgens kurz einloggen, um nach dringenden E-Mails Ausschau zu halten. E-Mails, die nicht dringend sind, aber einer längeren Antwort bedürfen, sollten wir nicht während unserer Prime-Zeit beantworten.

Bereits gelesene, aber noch unbearbeitete E-Mails sollten nicht im Posteingang gelagert werden. Stattdessen sollten wir eine sinnvolle Ordnerstruktur anlegen und zu bearbeitende E-Mails nach dem ersten Lesen in den passenden Ordner verschieben. Die folgenden Ordner könnten sinnvoll sein:

  • To-dos: E-Mails, die eine Aktion erfordern, die jederzeit durchführt werden kann
  • Warten auf: E-Mails, die erst nach einer Aktivität einer anderen Person durchführt werden können
  • Nur lesen: E-Mails, deren Inhalt nur gelesen werden muss

Effizienz (Säule 3)

Wie wir Meetings effizienter gestalten können

Meetings dauern typischerweise genau eine Stunde, da genau eine Stunde veranschlagt wurde. Um Meetings schneller über die Bühne zu bekommen, sollten wir nur 30 Minuten veranschlagen.

Ein Grund, warum Meetings häufig viel zu lange dauern, ist schlechte oder mangelnde Vorbereitung. Wenn wir die folgenden 3 Regeln einführen, werden Meetings effizienter:

  1. Wer ein Anliegen hat, das er in dem Meeting besprechen möchte, muss es spätestens am Vortag schriftlich formulieren und an alle Teilnehmer schicken
  2. Alle Teilnehmer müssen vor dem Meeting alle Schriftsätze der anderen Teilnehmer gelesen haben, sonst dürfen sie nicht teilnehmen
  3. Diskussionen zu einem Sachverhalt werden auf 5 Minuten beschränkt. Anschließend wird jemand bestimmt, der die Entscheidung trifft

Wenn ein Meeting hauptsächlich aus Statusupdates der Teilnehmer besteht, sollten wir in Erwägung ziehen, die Statusupdates in Form von Videos durchzuführen, die vorab aufgenommen und für alle Teilnehmer (oder die ganze Firma) freigegeben werden. Dies ist auch für neue Mitarbeiter vorteilhaft, da sie sich so schnell einen Überblick über die Abläufe und Zuständigkeiten im Unternehmen verschaffen können.

Studien haben gezeigt, dass wir 1-2 Stunden vor einem Meeting um 22 Prozent weniger produktiv sind. Darum sollten wir möglichst alle Meetings hintereinander durchführen.

Erfolgreiche Menschen werden häufig von Menschen kontaktiert, die sich auf einen Kaffee treffen wollen, um eine Idee zu pitchen oder um einen Ratschlag zu bitten. Wir sollten in Erwägung ziehen, diesen Menschen stattdessen ein Telefongespräch während einer Autorfahrt oder einer andersartigen Totzeit anzubieten. So verlieren wir weniger wertvolle Zeit, können aber trotzdem helfen.

Wie wir schneller arbeiten können

Laut dem Parkinson’schen Gesetz dehnt sich Arbeit in dem Maße aus, wie Zeit zur Verfügung steht. Wir können Aufgaben schneller erledigen, indem wir uns bewusst wenig Zeit nehmen. Interessanterweise fördert dies nicht nur die Konzentration, sondern hebt nachweislich auch die Stimmung. Der Nutzen knapper Deadlines wird noch zusätzlich verstärkt, wenn sich eine Uhr im Blickfeld befindet.

Wie wir unnötigen Perfektionismus vermeiden können

Wenn wir zu unnötigem Perfektionismus neigen und einen Text, eine Präsentation oder Ähnliches erstellen, sollten wir diese Arbeit in zwei Schritten erledigen:

  1. Material sammeln, Notizen machen und Überlegungen anstellen, ohne dabei auf den Stil, die Form, die Rechtschreibung usw. zu achten
  2. Mit der eigentlichen Arbeit beginnen und dabei wie gewohnt auf Stil, Form, Rechtschreibung usw. achten

Außerdem sollten wir uns klarmachen, dass niemand von uns erwartet, dass wir ein Thema allumfassend darstellen. Wir treffen eine Auswahl – unsere Auswahl – und das ist gut und richtig.

Einige Menschen neigen dazu, lieber klug zu erscheinen als klug zu sein. Darum vermeiden sie es, Fragen zu stellen, denn dadurch würden sie ja eine Wissenslücke offenbaren. Die Betroffenen sollten den Wunsch ablegen, die schlaueste Person im Raum zu sein. Ihr Ziel sollte vielmehr sein, den Raum als schlaueste Person zu verlassen.

Fokus (Säule 4)

Wie wir schneller in den Flow kommen

Wenn wir uns zu Beginn eines Arbeitstages an die Arbeit machen, dauert es für gewöhnlich einige Minuten (oder auch länger), bis wir angekommen und in unsere Tätigkeit eingetaucht sind. Mit Maßnahmen, die auf Priming beruhen, kann diese Aufwärmphase beschleunigt werden:

  • Wir sollten unseren Arbeitsplatz ausschließlich zum Arbeiten nutzen
  • Der Computer, an dem wir arbeiten, sollte ein reiner Arbeitsrechner sein
  • Einigen Menschen hilft es, während der Arbeit Musik ohne Gesang zu hören (zum Beispiel einen bestimmten Song auf Dauerschleife)

Mithilfe von Priming können wir nicht nur schneller in den Arbeitsmodus kommen, sondern auch in den Feierabendmodus. Hier helfen Feierabendrituale. Außerdem ist es von Vorteil, wenn wir niemals in unserem Wohn- und Schlafbereich arbeiten.

Wie wir Prokrastination und Selbstablenkung verhindern können

Die Ansicht, dass wir prokrastinieren und uns mit Social Media und Co ablenken, weil wir unmotiviert und faul sind, ist weit verbreitet, aber falsch. Der wahre Grund für Prokrastination sind die negativen Gefühle, die wir mit der Aufgabe verbinden und durch das Aufschieben vermeiden wollen.

Um uns von Aufschieberitis zu heilen, müssen wir unseren Umgang mit negativen Gefühlen verbessern. Wir müssen verstehen, dass das primäre Ziel der negativen Gefühle darin besteht, unsere Aufmerksamkeit zu erregen. Darum steigt ihre Intensität, wenn wir sie ignorieren, unterdrücken oder bekämpfen.

Eine einfache Methode, mit der wir unsere negativen Gefühle besiegen können, ist das Benennen. Wann immer wir uns während der Arbeit frustriert oder gelangweilt fühlen, sollten wir das Gefühl mit Interesse beobachten, es in Gedanken benennen (»Ich spüre Frustration«) und den Namen des Gefühls aufschreiben. Das Gefühl hat sein Ziel erreicht und verschwindet wieder.

Außerdem ist es natürlich kontraproduktiv und schlecht für die Motivation, wenn wir uns wegen unseres Aufschiebeverhaltens selbst bestrafen oder böse auf uns sind. Studien zufolge ist es am besten, wenn wir uns selbst vergeben.

Menschen mit unbegründeten Ängsten wird häufig geraten, sich zu überlegen, was schlimmstenfalls schon passieren kann. Es wäre besser, zu überlegen, wie der beste Fall ablaufen könnte. Studien zufolge wirkt sich eine solche positive Sichtweise positiv auf die Resilienz und den Umgang mit Unsicherheit aus. Und Gefühle von Niedergeschlagenheit und Enttäuschung verschwinden schneller.

Wie wir Trotz (Reaktanz) vermeiden und motiviert bleiben

Wie wir in Gedanken zu uns selbst sprechen, kann einen großen Unterschied machen. Anstatt uns selbst Befehle zu erteilen (»Ich muss …«) sollten wir sanftere Formulierungen wählen (»Ich darf …«).

Wie wir uns schneller von Social Media und Co lösen können

Es ist interessant, einmal zu hinterfragen, warum wir dazu neigen, bei Social Media und Co zu versacken. Ein Grund ist, dass die Betreiber der Apps und Websites systematisch sogenannte Stopping-Cues entfernt haben. Die Rede ist von Hinweisreizen, die uns auf den Gedanken bringen könnten, die App oder das Browserfenster zu schließen und zurück an die Arbeit zu gehen.

Die Lösung besteht darin, eigene Stopping-Cues zu definieren. Zum Beispiel können wir uns einen Timer stellen, der nach einer gewissen Zeit ein Geräusch macht.

Außerdem sollten wir uns angewöhnen, in unserem Leben mehr Einsamkeit zuzulassen und/oder diese hin und wieder gezielt zu suchen, anstatt in jeder freien Sekunde sofort zum Smartphone zu greifen. Wir sollten gezielt Dinge ohne unser Smartphone tun. Einsamkeit ist eine wichtige Zutat für Kreativität.

Wie wir soziale Interaktionen mehr genießen können

Studien zufolge können wir soziale Interaktionen mehr genießen, wenn sie ohne Smartphones stattfinden. Darum sollten wir unsere Smartphones wegpacken, wann immer wir uns mit anderen treffen.

Reflektion (Säule 5)

Regelmäßig das große Ganze betrachten

Wir sollten zweimal pro Jahr einen Lebens-Check-up durchführen, um sicherzustellen, dass sich unser Leben in die richtige Richtung entwickelt. Im Rahmen dieses Check-ups sollten wir uns Fragen wie diese stellen:

  • Wie komme ich im Leben voran?
  • Wie zufrieden bin ich mit meinem Job?
  • Wie zufrieden bin ich mit meiner Beziehung?

Die eigene Performance auf Video betrachten

Wenn die Möglichkeit besteht, sollten wir uns regelmäßig Video-Aufnahmen unserer eigenen Performance ansehen und uns überlegen, was wir verbessern können.

Wie wir besseres Feedback einholen können

Zunächst einmal sollten wir uns angewöhnen, zum richtigen Zeitpunkt Feedback einzuholen. Wir neigen nämlich dazu, erst dann um Feedback zu bitten, wenn unser Werk oder Produkt schon zu 90 Prozent fertig ist. Doch wollen wir in diesem späten Stadium wirklich Feedback haben? Wollen wir nicht lieber gelobt und/oder bestätigt werden? Wenn wir ehrlich sind, wollen wir häufig letzteres. Kein Wunder, dass wir keine konstruktiver Kritik erhalten. Um nützlicheres Feedback zu erhalten, sollten wir Folgendes tun:

  1. Zu einem früheren Zeitpunkt um Feedback bitten, damit die Feedback-Geber davon ausgehen können, dass wir tatsächlich bereit sind, unser Werk noch einmal zu überdenken. Ein guter Zeitpunkt für konstruktives Feedback ist, wenn unser Werk zu 50-60 Prozent fertig ist
  2. Die Bitte um Feedback spezifizieren. Nicht »Was hältst du von meiner Arbeit?«, sondern »Wie gefällt dir der Anfang vom 2. Kapitel?«
  3. Erwägen, die Feedback-Geber für konstruktive Kritikpunkt zu bezahlen

Und wenn wir diejenigen sind, die man um Feedback bittet, sollten wir die anderen fragen, welche Art von Feedback sie sich wünschen. Unaufrichtige Bestätigung oder konstruktive Kritik?

Verbindung (Säule 6)

Wie wir bessere Networker werden können

Wir sollten uns zu Beginn unserer Arbeitswoche (oder schon am Freitagnachmittag) fragen, was wir in der kommenden Woche zu tun haben, wessen Hilfe wir dabei benötigen und mit wem wir zusammenarbeiten müssen.

Wir sollten die Personen aus unserem Netzwerk so gut es geht unterstützen. Wenn jemand ein Buch geschrieben hat, sollten wir es zeitnah lesen und eine Rezension bei Amazon hinterlassen. Und wenn wir nicht wissen, wie wir helfen können, sollten wir einfach nachfragen. Beziehungen sind ein Langzeitspiel, und es lohnt sich, ein extremer Geber zu werden.

Wir können unser Netzwerk stärken, ohne neue Menschen kennenzulernen, indem wir schlafende Verbindungen reaktivieren. Von wem haben wir seit einigen Monaten oder Jahren nichts gehört? Wir sollten ein Ritual daraus machen, diese schlafenden Verbindungen zu reaktivieren, indem wir einmal pro Woche einer entsprechenden Personen eine unverbindliche Nachricht zukommen lassen (z.B. »Ich musste gerade an dich denken!«) und ggf. noch eine Frage stellen, ein Kompliment machen oder ihr etwas zuschicken, was sie interessieren könnte (z.B. einen Artikel oder den Link zu einem Buch).

Wie wir schneller mit anderen warm werden können

Wenn ein neuer Mensch in unser Leben tritt, kann es einige Zeit dauern, bis man sich kennengelernt und aneinander gewöhnt hat – falls das überhaupt geschieht. Wir können die Kennenlernphase beschleunigen, indem wir eine Bedienungsanleitung für uns als Person erstellen und diese auf unserer Website veröffentlichen. Die folgenden Punkte sollten darin berücksichtigt werden:

  • Welche Art der Kommunikation bevorzugen wir, d.h. wollen wir z.B. lieber angerufen oder angeschrieben werden?
  • Was wir von anderen wissen wollen
  • Was andere über uns wissen sollten, z.B. wie unser Arbeitsstil ist und welchen Persönlichkeitstyp wir haben
  • Welche Stärken, Schwächen und Vorzüge wir haben
  • Unsere Werte und wunden Punkte

Auch ein Lächeln oder unerwarteter Humor können die Dynamik einer sozialen Interaktion radikal verändern. Aus dem gleichen Grund sollten wir uns angewöhnen, in E-Mails wie ein Mensch zu schreiben, anstatt formelle Floskeln zu benutzen. Humor ist ein gutes Stilmittel, das bei anderen in Erinnerung bleibt und schnell das Eis brechen lässt.

Um schnell das Eis zu brechen (auch im beruflichen Kontext), sollten wir in Gesprächen ein Thema ansprechen, für das sich unser Gegenüber garantiert interessiert: seine Familie. Und wenn es sich um ein geplantes Zusammentreffen handelt, sollten wir die Interessen unseres Gegenübers vorab recherchieren und uns ein paar Fragen zurechtlegen. Eine Frage, die wir immer stellen können: »Welches Buch, das du zuletzt gelesen hast, kannst du mir empfehlen?«

Wenn wir auf einem Empfang oder einer Stehparty sind, sollten wir nach ungeradzahligen Grüppchen Ausschau halten und uns dazustellen. Die Wahrscheinlichkeit, dass wir zu mindestens einer Person aus einer 3er- oder 5er-Gruppe Zugang finden, ist größer als bei geradzahligen Grüppchen.

Energie (Säule 7)

Nicht die Zeit, sondern die Energie managen

Viele Menschen glauben, dass Produktivität nur eine Frage des Zeitmanagements sei. In Wahrheit haben wir meist mehr als genug Zeit. Woran es aber häufig fehlt, ist Energie. Darum sollten wir nicht unsere Zeit, sondern unsere Energie managen.

Ein weiterer verbreiteter Irrtum ist, dass gute Arbeit anstrengend oder sogar unangenehm sein müsse. Tatsächlich spricht einiges dafür, die Arbeit möglichst angenehm zu gestalten, z.B. mit Musik oder Humor. Warum nicht Telefonate während eines Spaziergangs oder von der Badewanne aus führen?

Experimente haben gezeigt, dass wir mehr Willenskraft haben, wenn uns der Sinn und Zweck unseres Tuns bewusst ist. Darum sollten wir uns regelmäßig unsere Ziele bewusst machen. Beispielsweise können wir ein Post-it mit unserem Purpose an unseren Monitor kleben.

Anstatt uns starre Tagesziele zu setzen (z.B. 1000 Wörter schreiben), sollten wir in Erwägung ziehen, eine Rage festzulegen (z.B. 200 bis 2000 Wörter schreiben). In einer Studie haben Abnehmwillige, die sich keine starren Gewichtsziele, sondern eine Range vorgenommen hatte, mehr Gewicht verloren. Das liegt wahrscheinlich daran, dass man sich aufgrund der niedrigeren unteren Grenze leichter aufraffen kann, während die obere Grenze besser zum Dranbleiben motiviert.

Aufgrund der Negativitätsverzerrung kann uns negatives Feedback besonders viel Energie rauben. Wir sollten darum stets etwas Gegengift zur Hand haben – am besten in Form eines Ordners, in dem wir positives Feedback und andere positive Fundstücke sammeln, die uns Freude bereiten.

Ein weiterer, nicht zu unterschätzender Energieräuber sind all die kleinen, aber wiederkehrenden Stressoren und Störfaktoren des Alltags – z.B., wenn wir ständig unter den Tisch kriechen müssen, um das Netzteil unseres Laptops einzustecken. Wenn viele dieser kleinen Stressoren zusammenkommen, wird unser rationales Denken gestört und wir bekommen eine Tunnelblick. In der Folge verpassen wir Chancen, Gelegenheiten und Problemlösungen. Um nicht in diesen Teufelskreis zu geraten, sollten wir uns einmal die Zeit nehmen und eine Liste aller wiederkehrenden Störfaktoren erstellen und Lösungen finden.

Wer sein Leben von Stressoren befreien möchte, sollte nicht nur darüber nachdenken, neue Dinge anzuschaffen (z.B. ein zweites Netzkabel für den Laptop), sondern auch, Dienstleister wie z.B. eine Reinigungskraft zu verpflichten, um auf diese Weise Zeit zu kaufen. Studien haben gezeigt, dass Menschen, die diesen Schritt gehen, anschließend glücklicher sind.

Wie wir überzeugender Nein sagen können

Zu den größten Energieräubern zählen Menschen, die sich herausgefordert fühlen, ein Nein in ein Ja zu verwandeln. Um einem Nein mehr Überzeugungskraft zu verleihen, sollten wir Anfragen möglichst zeitnah ablehnen und dabei möglichst eindeutige Formulierungen verwenden. Nicht »Ich kann nicht …«, sondern »Ich werde nicht …«

Mit einer To-don’t-Liste (oder Not-to-do-Liste) können wir auch uns selbst besser überzeugen, dass bestimmte Dinge künftig tabu sind. Dieser Schritt ist notwendig, denn wir neigen dazu, unserem Leben nach und nach immer mehr Dinge und Verpflichtungen hinzuzufügen. Dadurch wird unser Leben immer voller und damit hektischer.

Fazit

Time Wise* ist eine nette Sammlung praktischer Ratschläge zur besseren Nutzung der eigenen Zeit.

Ein Nachteil gegenüber anderen Selbstmanagement-Ratgebern – wie z.B. Stephen Coveys Die 7 Wege zur Effektivität* – ist, dass die Taktiken von verschiedenen Experten stammen, weshalb sie nicht aufeinander aufbauen und sich zum Teil sogar widersprechen. Außerdem erfahren wir kaum etwas über die Zusammenhänge und Theorien, auf denen die Ratschläge beruhen.

 

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Die Top 100 besten Sachbücher und Ratgeber (Liste)


Dr. Jan Höpker ist Wissenschaftler und Gründer der Websites HabitGym und Der perfekte Ratgeber. Mit seinem Buch Erfolg durch Fokus & Konzentration hat er bis heute mehr als 20.000 Leser erreicht und ihnen dabei geholfen, fokussierter zu leben, zu lernen und zu arbeiten.

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