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Jan Höpker: Überflieger-Formel

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Über den Autor

Dr. Jan Höpker, Jahrgang 1980, ist Wissenschaftler, Autor und Gründer der Website HabitGym.

Nachdem Jan sein erstes Studium in den Sand gesetzt hatte, stand der wieder auf und schloss sein Chemie-Studium als einer der Jahrgangsbesten in Regelstudienzeit ab. Als Student und im Rahmen seiner Doktorarbeit hat Jan zahlreiche Chemie- und Medizinstudenten betreut.

Zusammenfassung

Umfragen zufolge klagen mehr als 70 Prozent der Studenten über Zeit-, Leistungs- und Erwartungsdruck im Studium. Viele von ihnen müssen neben ECTS-Punkten auch noch Geld verdienen, um ihr Studium zu finanzieren.

Dazu kommen Ängste und Sorgen wegen der ungewissen Zukunft: Wie wird das Corona-Virus die Gesellschaft und wie der Klimawandel den Planeten verändern? Wie werden sich Automatisierung und Digitalisierung auf den Arbeitsmarkt auswirken? Wird es genug Jobs geben? Wenn ja, welche Jobs?

Heutigen Studenten bleibt nur eine Möglichkeit, um sich von Druck, Stress und ihren Ängsten zu befreien: Sie müssen mental stärker werden, um standhalten zu können; sie müssen effektiver lernen, um aktuellen und künftigen Herausforderungen mit Kompetenz entgegentreten zu können.

Welche konkreten Ziele sollten Studenten im dritten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts anpeilen? Welche Strategie sollten sie verfolgen? Lob und Bestnoten hinterherzujagen, ist keine gute Strategie, denn Streber neigen nicht nur dazu, sich unbeliebt zu machen, sondern auch, ihren langfristigen Erfolg zu sabotieren.

Eine andere Spezies wird auf lange Sicht erfolgreicher sein. Der Autor bezeichnet sie als »Überflieger«. Er beschreibt sie so:

»Überflieger ticken komplett anders [als Streber], weshalb sie nicht nur von ihren Dozenten, sondern auch von ihren Kommilitonen bewundert werden. Wer hinter die Kulissen schaut, wird feststellen, dass gute Noten gar nicht das oberste Ziel der Überflieger sind – ihr akademischer Erfolg ist das Nebenprodukt ihrer Denk- und Lebensweise. Doch die überraschendste Erkenntnis wird sein, dass die Überflieger keine Übermenschen sind, sondern gewöhnliche Erdenbewohner, die nur deswegen überdurchschnittlich erfolgreich sind, weil sie einige Erfolgsfaktoren verinnerlicht haben. Von diesen Erfolgsfaktoren handelt dieses Buch.«

Im Großen und Ganzen werden die Ergebnisse der Studenten von den Methoden und Strategien bestimmt, die sie gewohnheitsmäßig anwenden. Talent spielt nur eine untergeordnete Rolle. Die große Mehrheit der Studenten arbeitet mit Methoden und Strategien, die keine guten Ergebnisse erwarten lassen.

Strategien lassen sich verbessern und Gewohnheiten können verändert werden. Um zu zeigen, auf welche Gewohnheiten es ankommt, bringt der Autor eine Formel ins Spiel, die er als »Überflieger-Formel« bezeichnet. Sie lautet:

Erfolg = (Methoden + Bedingungen) ∙ Umsetzung

Die Formel zeigt, was hinter dem Erfolg der Überflieger steckt und wie sich diese Erfolgsfaktoren gegenseitig verstärken. Jeder, der die Formel versteht und beherrscht, kann selbst zu einem Überflieger werden.

Die Struktur des Buches ergibt sich aus der Überflieger-Formel:

  • Abschnitt 1: Methoden
  • Abschnitt 2: Bedingungen
  • Abschnitt 3: Umsetzung

Jeder Abschnitt besteht aus mehreren Kapiteln, die aktuelle Forschungsergebnisse, Theorien, Werkzeuge, Übungen und praktische Ratschläge enthalten.

 Abschnitt 1 – Methoden

Das Gedächtnis

Das Ziel allen Lernens ist eine dauerhafte Veränderung im Gedächtnis. Wer effektiver lernen möchte, muss verstehen, wann und warum das Gedächtnis Inhalte ignoriert, speichert, verarbeitet und wieder vergisst. Ohne dieses Wissen können Lernmethoden nicht beurteilt und Lernmythen nicht erkannt werden.

#1: Wie ist das Gedächtnis organisiert?

Es gibt nicht nur ein Gedächtnis, sondern mehrere:

  • Ultrakurzzeitgedächtnis
  • Kurzzeitgedächtnis
  • Langzeitgedächtnis
  • Arbeitsgedächtnis

Das Arbeitsgedächtnis wird im Detail behandelt, weil es beim Lernen eine entscheidende Rolle spielt. Indem wir Inhalte in unser Arbeitsgedächtnis laden und sie im Geiste verarbeiten, stellen wir die Weichen für die Speicherung im Langzeitgedächtnis.

Wer versteht, was Chunks sind und wie die drei Module funktionieren, die dem Arbeitsgedächtnis zugrunde liegen (phonologische Schleife, räumlich-visueller Notizblock und episodischer Puffer), wird effektiver lernen können.

#2: Wie ist das Gedächtnis aufgebaut?

Unser Wissensnetz besteht aus Nervenzellen (Neuronen), die über Synapsen miteinander verschaltet sind. Eine Synapse entscheidet darüber, ob und in welcher Intensität ein von einem Neuron A abgefeuertes Signal bei einem benachbarten Neuron B ankommt.

Unser Wissen ist in den Synapsen gespeichert. Um neues Wissen zu speichern, muss die Übertragungsleistung der entsprechenden Synapsen gesteigert werden.

#3: Wie gelangen neue Inhalte ins Langzeitgedächtnis?

Die Übertragungsleistung einer Synapse kann entweder vorübergehend oder dauerhaft gesteigert werden. Eine vorübergehende Steigerung erklärt das Kurzzeitgedächtnis und eine dauerhafte Steigerung das Langzeitgedächtnis.

Alles, was wir neu lernen, wird zunächst im Kurzzeitgedächtnis gespeichert. Ausgewählte Inhalte werden im Schlaf ins Langzeitgedächtnis übertragen. Dieser Vorgang wird als Gedächtniskonsolidierung bezeichnet.

Wer weiß, nach welchen Kriterien das Gehirn darüber entscheidet, ob ein bestimmter Inhalt des Kurzzeitgedächtnisses unwiederbringlich gelöscht oder ins Langzeitgedächtnis übertragen wird, kann effektiver und nachhaltiger lernen.

Das Schicksal der Inhalte des Kurzzeitgedächtnisses hängt davon ab, ob diese für die Übertragung ins Langzeitgedächtnis »markiert« wurden. Die Neurotransmitter, die die Inhalte markieren, werden unter Bedingungen ausgeschüttet, die wir gezielt herbeiführen können.

#4: Wie werden Gedächtnisinhalte abgerufen?

Das Gedächtnis arbeitet mit Assoziationen. Sobald ein Auslösereiz identifiziert wurde, werden mühelos und automatisch Gedächtnisinhalte bereitgestellt, die mit dem entsprechenden Auslösereiz assoziiert sind. So sorgt das Gehirn dafür, dass uns immer die Informationen zur Verfügung stehen, die in einer bestimmten Situation wahrscheinlich von Nutzen sind.

Für die Identifikation der Auslösereize sind hierarchisch verschaltete neuronale Strukturen verantwortlich, die der Autor als »Mustererkenner« bezeichnet. Auf den Aufbau und die Funktionsweise wird im Detail eingegangen.

Jedes menschliche Gehirn erkennt mühelos Gesichter und Emotionen, weil es über die entsprechenden Mustererkenner verfügt. Das Gehirn kann darauf trainiert werden, weitere Muster wie zum Beispiel Schrift oder bestimmte Konstellationen von Schachfiguren auf einem Schachbrett zu erkennen.

Wer Auslösereize und deren Identifikation nicht dem Zufall überlässt, sondern sie beim Lernen einplant, wird das Gelernte im Rahmen von Klausuren oder Prüfungen mit höherer Zuverlässigkeit abrufen können.

#5: Wie, wann und warum vergessen wir?

Vergessen ist kein Bug, sondern ein Feature! Das Gehirn ist immerfort damit beschäftigt, unwichtige Inhalte des Langzeitgedächtnisses auszumisten, um wichtige Inhalte zuverlässiger bereitstellen zu können.

Die sogenannte Vergessenskurve hat einen negativ exponentiellen Verlauf. Am Verlauf der Kurve können wir nichts ändern, wohl aber an ihrer Steigung, das heißt, wie schnell wir die gelernten Inhalte wieder vergessen.

Durch eine gedächtnisfreundliche Aufbereitung der zu merkenden Inhalte sowie strategisch gut getimte Wiederholungen, kann das Vergessen nahezu vollständig gestoppt werden.

Interessanterweise ist zu häufiges Wiederholen kontraproduktiv, weshalb man die Wiederholungen nicht dem Zufall überlassen, sondern sie strategisch planen sollte. Der Autor empfiehlt die kostenlose Open Source Software Anki.

Welche Lernmethoden funktionieren am besten?

Lernmethoden sind dann effektiv, wenn sie dem Gehirn zu verstehen geben, dass die Inhalte als wichtig einzustufen sind, weil sie in Zukunft wieder gebraucht werden. Wiederholtes passives Lesen genügt nicht! Trotzdem lernt die Mehrheit der Studenten immer noch mit dieser unwirksamen Lernmethode.

Vielmehr müssen die Inhalte wiederholt aus dem Gedächtnis heraus aktiviert werden – durch Auslöser, mit denen sie assoziiert sind (»Active Recalling«).

Auf diese Lernmethoden geht der Autor im Detail ein:

  • Erstellung von Mind- und Concept-Maps für den ersten Überblick und die relevanten Zusammenhänge und Querverbindungen.
  • Feynman-Methode für tiefes Verständnis.
  • Verschiedene Mnemotechniken zum besonders effektiven Auswendiglernen von Zahlen, Daten und Fakten

Diese gehirngerechten Lerntechniken erklären den Erfolg der Überflieger nur zum Teil. Überflieger lernen nämlich nicht nur am Schreibtisch, sondern auch über Lern-Mechanismen, die im Gehirn sozusagen vorinstalliert sind und mit denen wir in jeder Minute unseres Lebens automatisch lernen:

  • Habituation und Sensitivierung
  • Konditionierung
  • Lernen am Modell
  • Lernen durch Einsicht
  • Lernen durch Erforschen
  • Diskriminationslernen

Über diese Lern-Mechanismen lernen wir automatisch die Lektionen, die eine Lernumgebung, der wir uns aussetzen, für uns bereithält. Wer sich vorteilhaften Lernumgebungen aussetzt, wird eine steilere Lernkurve haben als jemand, der sich ungünstigen Lernumgebungen aussetzt.

In Form von erlernter Hilflosigkeit und »Viren des Geistes« kann uns Gelerntes sogar schaden. Viele Studenten haben sich Verhaltensweisen angewöhnt, die ihren Erfolg im Studium sabotieren. Dazu zählen Leistungsverweigerung, Konkurrenzdenken und übertriebenes Misstrauen.

Der Autor gibt einige Ratschläge, mit denen Studenten mehr von den oben genannten Lern-Mechanismen profitieren können. Der größte Hebel besteht darin, sich mit Menschen zu umgeben, die ebenfalls daran interessiert sind, persönlich zu wachsen und die keine Mühe scheuen, um dies zu erreichen.

Die Meta-Ebene

Wir machen insbesondere dann Fortschritte, wenn wir Fehler in unserem eigenen Denken und Urteilen erkennen und diese ausmerzen. Je mehr Fehler wir ausmerzen, umso schneller lernen wir.

Die Überflieger nutzen die Metaebene, um ihre blinden Flecken sichtbar zu machen. Sie erkennen ihre eigenen Fehler aus der Vogelperspektive. Der Autor führt durch die wichtigsten Konzepte und Prinzipien der Erkenntnis- und Wissenschaftstheorie, um den Lesern Werkzeuge für die Metaebene an die Hand zu geben.

Diese Themen werden behandelt:

  • Das Induktionsproblem
  • Falsifikation
  • Dialektischer Dreischritt
  • Wissen vs. Meinung
  • Wahrheit vs. Wirklichkeit
  • Paradigmen und Paradigmenwechsel
  • Unbekannte Unbekannte

Es folgen Ratschläge für die Implementierung. Es geht darum, sich bewusst zu machen, dass Fehler nichts Schlechtes, sondern der größte Treiber des Fortschritts sind. Alle Fehler verhindern zu wollen, ist der größte Fehler.

Abschnitt 2 – Bedingungen

In Abschnitt 1 ging es um effektives Lernen. In Abschnitt 2 geht es um konkrete Verhaltensweisen und Gewohnheiten, die das Gehirn in eine effizientere Lernmaschine verwandeln.

Schlaf (und Alkohol)

Im Schlaf überträgt das Gehirn ausgewählte Inhalte aus dem Kurzzeit- ins Langzeitgedächtnis. Wer nicht schläft, lernt nichts. Wer zu wenig oder ungünstig schläft, lernt weniger als er lernen könnte. Der Autor stellt einige Experimente aus der Schlaf- und Lernforschung vor, die genau das eindrücklich gezeigt haben.

Viele Studenten machen den Fehler, am Schlaf zu sparen, um mehr Zeit für das Lernen zur Verfügung zu haben. Diese Rechnung kann nicht aufgehen – Schlaf muss oberste Priorität haben – insbesondere in stressigen Prüfungsphasen!

Unter dem Einfluss von Alkohol kommt die Gedächtniskonsolidierung fast vollständig zum Erliegen. Die negativen Auswirkungen von Alkohol gehen weit über den Zustand des Betrunkenseins hinaus: Wer sich am Freitagabend betrinkt, gefährdet nicht nur die Inhalte, die er an diesem Tag gelernt hat, sondern auch die Inhalte, die er an den anderen Tagen der Woche gelernt hat.

Dem Autor ist bewusst, dass der Ratschlag, mehr zu schlafen, nicht besonders hilfreich ist. Deswegen behandelt er die möglichen Grundursachen von zu wenig und ungünstigem Schlaf und nennt Maßnahmen, mit denen sich der Schlaf verlängern und erholsamer gestalten lässt.

Optimale Pausen

Interessanterweise lernen die Überflieger nicht am längsten, sondern sie verbringen weniger Zeit am Schreibtisch als jene Studenten, die etwas schlechtere Noten haben.

Die Überflieger machen sich das sogenannte Default Mode Network (DMN) zunutze. Dieses neuronale Netzwerk wird immer dann aktiv, wenn wir keinen Reizen ausgesetzt sind, die bewusst verarbeitet werden müssen. Dies ist beim Nichtstun und bei einfachen Routinetätigkeiten wie zum Beispiel Hausarbeit der Fall.

Wenn das DMN aktiv ist, beschäftigt es sich mit dem zuvor Gelernten. Das Gehirn lernt sozusagen selbstständig weiter, ohne dass wir uns bewusst anstrengen müssen. Lernstrategien, die diesen Mechanismus berücksichtigen, sind effizienter.

Fokus und Konzentration

Ungeteilte fokussierte Aufmerksamkeit ist eine Grundvoraussetzung für effizientes Lernen. Nur wenn wir beim Lernen konzentriert sind, werden die Inhalte für die Übertragung ins Langzeitgedächtnis »markiert«. Außerdem können wir die Kapazität unseres Arbeitsgedächtnisses nur im konzentrierten Zustand vollumfänglich nutzen.

Wer konzentrierter lernen möchte, muss Aufmerksamkeitsdiebe aufspüren und unschädlich machen. Der Autor beschreibt eine Studie, die gezeigt hatte, dass die Konzentrationsfähigkeit durch die Anwesenheit eines Smartphones gestört wird.

Der beliebte Ratschlag, das Smartphone auf lautlos oder in den Flugmodus zu schalten, ändern daran gar nichts. Ein Smartphone lenkt selbst dann ab, wenn es mucksmäuschenstill und mit dem Display nach unten auf dem Tisch liegt.

Warum ist das so? Weil die Verfügbarkeit eines Smartphones das Verlangen erzeugt, das Gerät in die Hand zu nehmen, um zu kommunizieren und/oder Informationen über Gott und die Welt aus dem Internet abzurufen. Dieses Verlangen zu unterdrücken, geht zulasten der Konzentrationsfähigkeit. Der Autor litt selbst unter diesem Problem. Mit Hilfe einer Blocking-App bekam er das Problem in den Griff.

Für weniger schweren Fälle von Selbstablenkung wird eine Not-to-do-Liste empfohlen. Sie funktioniert wie eine To-do-Liste, jedoch enthält sie ausschließlich Dinge, die man nicht (mehr) tun möchte.

Gefühle

Unsere Gefühle spielen beim Lernen eine entscheidende Rolle. Sie steuern unseren Aufmerksamkeitsfokus und bestimmen, welche Inhalte das Gedächtnis aufnimmt und herausgibt. Kein Wunder, dass Gefühle als Lern-Turbo angesehen werden.

Viele Menschen glauben fälschlicherweise, dass Gefühle beim Lernen immer positiv sein sollten. Tatsächlich können einige positive Gefühle wie Stolz und Erleichterung das Lernen sogar behindern, während bestimmte negative Gefühle wie Verwirrung eine lernfördernde Wirkung haben.

Es kommt nicht auf positive, sondern auf lernförderliche Gefühle an. Einige lernförderliche Gefühle werden als positiv und andere als negativ empfunden. Wir können lernförderliche Gefühle begünstigen oder sogar aktiv herbeiführen.

Lernhinderliche Gefühle sollten vermieden werden. Ein großer Teil der lernhinderlichen Gefühle entstammt sozialen Vergleichen und einem (zu) starken Interesse an guten Noten.

Der Autor rät, auf Noten, aber nicht auf Feedback zu pfeifen. Er möchte nicht falsch verstanden werden: Es geht nicht darum, schlechte Noten anzustreben, sondern bessere Wertmaßstäbe als nur gute Noten zu wählen.

Wenn nicht gute Noten, was sollte Studenten dann anstreben? Diese Frage wird in den beiden folgenden Kapiteln beantwortet.

Motivation

Auf lange Sicht sind Noten keine geeignete Motivationsquelle. Überflieger brauchen einen stärkeren Motivator – einen besseren Grund zum Lernen.

Sinnerfüllung ist der stärkste und ausdauerndste Motivator, den es gibt. Wer in dem, was er tagtäglich tut, einen (tieferen) Sinn sieht, kann praktisch nicht ausbrennen. Wer sein »Warum« gefunden hat, überwindet jedes Hindernis. Noten verlieren an Bedeutung und Prüfungsangst kann sich in Luft auflösen.

Das Kapitel enthält einige praktische Übungen, die darauf abzielen, die eigenen Werte kennenzulernen und einen Bezug zum Studium herzustellen. Der Schlüssel ist ein grober Lebensplan, der aufzeigt, wie die im Studium erworbenen Kompetenzen auf sinnstiftende Weise zum Wohle der Gemeinschaft eingesetzt werden können.

Bedürfnisse

Wir Menschen sind nur dann leistungsfähig, wenn es uns ein Bedürfnis ist, Leistung zu erbringen. Wie kann dieses Feuer entfacht werden?

Abraham Maslow fand heraus, welche Bedürfnisse wir Menschen haben und dass unsere Bedürfnisse hierarchisch organisiert sind. Erst wenn unsere grundlegenden Bedürfnisse befriedigt sind, gewinnen höhere Bedürfnisse an Bedeutung.

Entsprechend sollte das Bedürfnis nach Erfolg im Studium aktiv werden, sobald das Sicherheitsbedürfnis und die sozialen Bedürfnisse befriedigt sind. Erst wenn sich Studenten nicht mehr um ihre Sicherheit und soziale Zugehörigkeit sorgen müssen, sind sie im Studium maximal leistungsfähig. Das bedeutet, dass Balance auch im Studentenleben unverzichtbar ist. Man kann sich nicht einigeln und nur noch lernen.

Balance allein reicht aber nicht, denn es gibt Mechanismen, die die Messlatte immer weiter nach oben verschieben und dadurch verhindern, dass die grundlegenden Bedürfnisse vollumfänglich befriedigt werden können. Die Rede ist von (Sozialen) Medien und der Werbung.

Ersatzbefriedigungen, die die Grundbedürfnisse nur zum Schein befriedigen, sind ebenfalls problematisch. Wer zum Beispiel TV-Serien guckt, anstatt sich mit echten Menschen zu treffen, fühlt sich vorübergehend weniger einsam, aber die sozialen Bedürfnisse lassen sich auf diese Weise natürlich nicht befriedigen.

Überflieger sind sich ihrer wahren Grundbedürfnisse bewusst und sorgen für vollumfängliche Befriedigung.

Abschnitt 3 – Umsetzung

Wissen allein wird stressgeplagte Studenten nicht zu Überfliegern machen. Dazu muss das Wissen aus den ersten beiden Abschnitten des Buches in die Praxis umgesetzt werden. Wie sich theoretisches Wissen effektiv und effizient in die Praxis umsetzen lässt, ist das Thema des dritten und letzten Abschnitts.

Eine Kette ist nur so stark wie ihr schwächstes Glied. Um die Kette zu stärken, muss das schwächste Glied gestärkt werden. Anhand von Reflexionsfragen finden die Leser heraus, wo ihr schwächstes Glied bzw. ihr größter Engpass liegt. Anschließend soll der Engpass analysiert werden – durch sogenanntes »Schreibdenken«.

Das finale Ziel der Übung ist es, ein Verhaltensziel zu definieren, das aus eigener Kraft erreicht werden kann. Leider sind sogenannte Zielabsichten nicht besonders effektiv. Studien zufolge scheitern 88 Prozent aller Neujahrsvorsätze.

Warum ist das so? Um Zielabsichten zu erfüllen, müssen wir sie ad hoc in konkretes Verhalten übersetzen. Aus bestimmten Gründen, die der Autor ausführlich bespricht, klappt das nicht besonders gut.

Doch es gibt eine Lösung: Handlungsabsichten. Studien haben gezeigt, dass die Umsetzungswahrscheinlichkeit dramatisch steigt, wenn wir unsere Zielabsichten in Handlungsabsichten übersetzen. Es folgen Tipps und Tricks, wie man bessere Handlungsabsichten formuliert und optimal einsetzt.

Damit ist der Überflieger-Algorithmus komplett. Wer konsequent immer wieder diese vier Schritte durchläuft, wird bessere Noten und nachhaltigen Erfolg im Studium haben:

  1. Wissen über optimale Methoden und Bedingungen aneignen
  2. Aktuellen Engpass identifizieren
  3. Verhaltensziel definieren
  4. Handlungsabsicht formulieren

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Dr. Jan Höpker ist Wissenschaftler und Gründer der Websites HabitGym und Der perfekte Ratgeber. Mit seinem Buch Erfolg durch Fokus & Konzentration hat er bis heute mehr als 20.000 Leser erreicht und ihnen dabei geholfen, fokussierter zu leben, zu lernen und zu arbeiten.

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