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Stefanie Stahl: Das Kind in dir muss Heimat finden

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Die Top 100 besten Sachbücher und Ratgeber (Liste)


Über die Autorin (Stefanie Stahl)

Stefanie Stahl (Jahrgang 1963) ist eine deutsche Psychotherapeutin und Autorin zahlreicher Ratgeberbücher. Ihr fünftes Buch Das Kind in dir muss Heimat finden* erschien 2015 und war in den Jahren 2016 bis 2021 Spiegel-Bestseller. Seit 2017 gibt es auch ein Arbeitsbuch zu Das Kind in dir muss Heimat finden.

Die studierte Psychologin veranstaltet Matching-Partys und bietet Seminare zum Thema Bindungsangst und Selbstwertgefühl an. Bis 2014 war sie als Gutachterin für Familiengerichte tätig.

Disclaimer: Das Buch enthält zahlreiche praktische Übungen und Fallbeispiele aus der Praxis der Autorin, die im Rahmen dieser Zusammenfassung nicht berücksichtigt werden konnten.

Zusammenfassung

Wenn wir uns in unserer Kindheit geliebt und angenommen gefühlt haben, dann haben wir dies in Form eines grundlegend positiven Lebensgefühls verinnerlicht. Dieses Urvertrauen gibt uns bis ins Erwachsenenalter Schutz und inneren Halt.

Wenn wir in unserer Kindheit jedoch unschöne oder gar traumatische Erfahrungen gemacht haben, dann könnten wir als Erwachsene mit Selbstzweifeln, Unsicherheiten und Selbstwertproblemen zu kämpfen haben. Denn wir haben kein Urvertrauen entwickelt und finden somit wenig inneren Halt und Sicherheit. Deshalb wünschen wir uns, dass andere uns ein Gefühl von Sicherheit, Schutz und Geborgenheit vermitteln. Doch dieser Wunsch wird unerfüllt bleiben. Denn wer keine innere Heimat hat, so die Autorin, kann sie im Außen nicht finden.

Die Summe unserer Kindheitsprägungen, die neben unseren Genen unser Wesen und unser Selbstwertgefühl bestimmen, werden in der Psychologie als »das innere Kind« bezeichnet. Die meisten dieser positiven und negativen Prägungen sind uns heute nicht mehr bewusst, aber sie machen einen wesentlichen Teil unseres Unbewussten aus.

Die Autorin erklärt, dass wir auf der bewussten Ebene zwar unabhängige Erwachsene sind, die ihr Leben gestalten, dass aber unsere Wahrnehmung, unser Denken und unser Handeln auf der unbewussten Ebene maßgeblich von unserem inneren Kind beeinflusst wird, das viel dafür tut, damit es die Kränkungen und Verletzungen aus unserer Kindheit nicht noch einmal erleben muss.

Stahl erklärt, dass das Unwissen um das innere Kind der Grund für Unzufriedenheit, Beziehungskonflikte und Schranken in der persönlichen Entwicklung ist. Doch wenn wir unser inneres Kind kennenlernen und Freundschaft mit ihm schließen, können wir erfahren, welche Sehnsüchte und Verletzungen wir in uns tragen. Schließlich können wir diesen Teil unserer Seele akzeptieren und ihn sogar heilen (bis zu einem gewissen Grad). Unser Selbstwert, so die Autorin, kann hierdurch wachsen, und das Kind in uns wird endlich eine Heimat finden.

Modelle unserer Persönlichkeit

Die Autorin erklärt, dass unsere Psyche sowohl erwachsene als auch kindliche Anteile hat. Außerdem kann sie in eine bewusste und eine unbewusste Ebene unterteilt werden. Wer die Struktur der Psyche kennt, kann mit ihr arbeiten und dadurch so manches Problem lösen.

Das »innere Kind« ist eine Metapher für die unbewussten Anteile unserer Psyche, die in unserer Kindheit geprägt wurden. Die Autorin unterteilt das innere Kind weiter in das verletzte innere Kind (»Schattenkind«) und das fröhliche innere Kind (»Sonnenkind«). Außerdem gibt es noch den »inneren Erwachsenen«, eine bewusst und absichtlich handelnde psychische Instanz, die den rationalen und vernünftigen Verstand umfasst. In diesem Modus, so die Autorin, können wir

  • Verantwortung übernehmen,
  • planen,
  • vorausschauend handeln,
  • Zusammenhänge erkennen und verstehen,
  • Risiken abwägen
  • und außerdem das innere Kind regulieren.

(Nur am Rande: Siegmund Freud hat das innere Kind als »Es« und den inneren Erwachsenen als »Ich« bezeichnet. Außerdem gibt es bei Freud das »Über-Ich«, das in der modernen Psychologie als »innerer Kritiker« bezeichnet wird.)

In ihrer langjährigen Arbeit als Psychotherapeutin hat Stefanie Stahl eine Problemlösestruktur entwickelt, mit der man fast alle Probleme lösen kann, die auf die Prägung des Schattenkindes zurückgehen. Beispielhaft nennt sie:

  • alle Beziehungsprobleme
  • depressive Verstimmungen
  • Stress
  • Zukunftsangst
  • mangelnde Lebensfreude
  • Panikattacken
  • Zwangshandlungen

Das Schatten- und das Sonnenkind

Unter »Glaubenssätzen« verstehen Psychologen tief verankerte Überzeugung, die Einstellungen zu uns selbst und unseren zwischenmenschlichen Beziehungen ausdrücken. Es gibt positive Glaubenssätze, die uns stärken, und negative Glaubenssätze, die uns schwächen. Die meisten Glaubenssätze entstehen in den ersten Lebensjahren. Wir verinnerlichen sie im Laufe unserer Kindheit und unseres weiteren Lebens. Die Autorin erklärt, dass unsere unbewussten Glaubenssätze einen großen Einfluss drauf haben, wie wir fühlen und welche Gefühle wir überhaupt in uns wahrnehmen können; unsere Glaubenssätze sind die Brille, durch die wir die Wirklichkeit sehen. Unsere Interpretation der Wirklichkeit löst dann bestimmte Gefühle ins uns aus, die wiederum bestimmte Verhaltensweisen nach sich ziehen. Die Autorin spricht von unserem »psychologischen Betriebssystem«, das eine Macht auf uns ausübt, die gar nicht überschätzt werden kann.

Das Schattenkind umfasst die negativen Glaubenssätze und die daraus resultierenden belastenden Gefühle. Hingegen steht das Sonnenkind für unsere positiven Glaubenssätze und die daraus resultierenden guten Gefühle. Wir alle haben beide Anteile, aber welcher Anteil überwiegt, variiert von Person zu Person.

Die Übungen und Strategie, die im Buch vorgestellt werden, zielen darauf ab, das Sonnenkind zu fördern und das Schattenkind zu trösten, damit es weniger Probleme macht. Durch Bewusstheit (»Selbsterkenntnis ist der Königsweg«) und angemessene Reaktionen durch unseren inneren Erwachsenen können wir die Kontrolle über unser Schattenkind erlangen.

Wie sich das innere Kind entwickelt

Stahl erklärt, dass unser inneres Kind insbesondere während unserer ersten sechs Lebensjahre durch den Umgang mit unseren Eltern geprägt wurden. Und unser Urvertrauen (oder Urmisstrauen) ist maßgeblich während unseren ersten zwei Lebensjahren entstanden. Wenn wir Urvertrauen entwickelt haben, dann befinden wir uns häufig im Modus des Sonnenkindes. Hat sich hingegen Urmisstrauen entwickelt, dann nimmt das Schattenkind einen größere Raum ein.

Ein Kind kann nur dann Urvertrauen entwickeln, wenn die Eltern dafür sorgen, dass die vier psychologischen Grundbedürfnisse im richtigen Maße befriedigt werden. Die vier psychologischen Grundbedürfnisse (nach Klaus Grawe) sind:

  • das Bedürfnis nach Bindung
  • das Bedürfnis nach Autonomie und Sicherheit
  • das Bedürfnis nach Lustbefriedigung bzw. Unlustvermeidung
  • das Bedürfnis nach Selbstwerterhöhung und Anerkennung

Die Autorin erklärt, dass es kein psychisches Problem gibt, das man nicht auf die Verletzung eines (oder mehrerer) der vier Grundbedürfnisse zurückführen kann.

Wie unsere Kindheit unser Verhalten prägt

Die Autorin erklärt, dass Eltern einen guten Zugang zu ihren eigenen Gefühlen benötigen, um auf die entsprechenden Gefühle bei ihren Kindern eingehen zu können. So lernen Kinder, ihre Gefühle zu unterscheiden und zu benennen. Andernfalls lernen die Kinder, dass es nicht okay ist, diese Gefühle zu haben.

Kinder tun fast alles, um ihren Eltern zu gefallen und sie dazu zu bringen, ihre Grundbedürfnisse zu befriedigen. So unterdrücken Kinder ihre eigenen Wünsche und Gefühle, wenn diese nicht mit den Vorstellungen der Eltern vereinbar sind. Dies führt jedoch dazu, dass Kinder nicht lernen, angemessen mit bestimmten Gefühlen wie zum Beispiel Wut umzugehen. Außerdem werden die Kinder entsprechende negative Glaubenssätze entwickeln. Als Jugendliche und Erwachsene sind die Kinder dann immer noch durch die Erfahrung geprägt, von den Eltern dominiert zu werden. Und durch die Brille dieser Prägung, so die Autorin, werden sie auch andere Menschen schnell als dominant und übermächtig erleben und entweder mit Anpassung oder mit Rebellion reagieren.

Doch nicht nur negative Glaubenssätze können problematisch sein. Auch positive Glaubenssätze, wie sie zum Beispiel überbehütete Kinder entwickeln, können uns in Form einer geringen Frustrationstoleranz im späteren Leben im Weg stehen.

In beiden Fällen lautet die Lösung: Das Schattenkind kennenlernen und die tiefen Prägungen und negativen Glaubenssätze auflösen. Dabei ist es aber gar nicht so einfach, die eigenen Eltern objektiv zu sehen, weil wir sie während unserer Kindheit idealisieren mussten. Um uns als Erwachsene in gesunder Weise von ihnen lösen zu können, müssen wir die Idealisierung aufheben.

Die Autorin erklärt, dass wir verstehen müssen, dass unsere negativen Glaubenssätze nicht die Wahrheit sind, obwohl es uns so vorkommt. Es handelt sich um eine Wahrnehmungsverzerrung, eine ungünstige Projektion der Wirklichkeit. Um uns dessen bewusst zu werden, müssen wir den inneren Erwachsenen bemühen und die falschen Glaubenssätze mit Argumenten widerlegen.

Die Schutzstrategien des Schattenkindes

Die Autorin stellt klar, dass es nicht unsere negativen Glaubenssätze sind, die uns das Leben schwer machen, sondern sogenannte Schutzstrategien, die wir in unserer Kindheit entwickelt haben, um mit unseren Glaubenssätzen leben zu können. Diese lassen sich in die Kategorien Anpassung, Rückzug und Überkompensation einteilen. Die meisten unserer Probleme resultieren aus diesem Selbstschutz.

An dieser Stelle im Buch stellt die Autorin einige Metastrategien vor, unter denen sich dann individuelle und spezielle Strategien einordnen lassen:

  • Realitätsverdrängung: Die Betroffenen verdrängen die Dinge, die sie nichtspüren bzw. wahrhaben wollen.
  • Projektion und Opferdenken: Die Betroffenen nehmen andere Menschen durch die Brille ihrer eigenen Bedürfnisse und Gefühle wahr.
  • Perfektionsstreben, Schönheitswahn und die Sucht nach Anerkennung: Um anderen keine Angriffsfläche zu bieten, streben die Betroffenen nach Perfektion.
  • Harmoniestreben und Überanpassung: Die Betroffenen möchten möglichst alle Wünsche und Erwartungen von anderen Menschen erfüllen. Die eigenen Bedürfnisse werden unterdrückt.
  • Helfersyndrom: Die Betroffenen bieten anderen Menschen, die sie als bedürftig wahrnehmen, ihre Hilfe an. Dadurch wollen sie sich selbst aufwerten und nützlich fühlen.
  • Machtstreben: Die Betroffenen projizieren Überlegenheit und Dominanz in ihre Mitmenschen und begegnen dieser Projektion mit Auflehnung.
  • Kontrollstreben: Die Betroffenen versuchen ihre Ängste durch penible Ordnung, Perfektionismus und die strikte Einhaltung von Regeln zu lindern.
  • Angriff und Attacke: Die Betroffenen fühlen sich schnell angegriffen und reagieren mit Aggression.
  • Ich bleibe Kind: Die Betroffenen wollen nicht erwachsen werden, sondern Kind bleiben, damit andere sie durch das Leben führen.
  • Flucht, Rückzug und Vermeidung: Die Betroffenen gehen jeder Konfrontation mit den eigenen Ängsten und Schwächen aus dem Weg.
  • Flucht in die Sucht: Um sich von ihren Sorgen und Problemen abzulenken, trösten die Betroffenen das Schattenkind mit Essen, Alkohol, Rauchen, Drogen, Kaufen, Arbeit, Spiel, Sex und/oder Tabletten.
  • Narzissmus: Die Betroffenen demonstrieren Größe und Unfehlbarkeit, um ihr verletztes Schattenkind möglichst nicht zu spüren.
  • Tarnung, Rollenspiel und Lügen: Die Betroffenen trauen sich nicht, authentisch zu sein und spielen zum Selbstschutz Rollen und/oder verstecken sich hinter Masken.

Obwohl unsere Schutzstrategien auf andere Menschen ausgerichtet sind, entfernen sie uns eher von anderen, als dass sie uns ihnen näher brächten.

Wenn wir aus diesen Kindheitsprogrammen aussteigen wollen, so die Autorin, dann müssen wir zunächst anerkennen, dass wir uns mit unserem Schattenkind und dessen Glaubenssätzen eine Wirklichkeit konstruieren, die nicht der Wahrheit entspricht. Außerdem müssen wir verstehen, dass wir frei sind, unsere Wahrnehmung, Gedanken und Gefühle selbst zu gestalten.

Im Buch folgt ein umfangreicher Block mit praktischen Übungen, die im Rahmen dieser Zusammenfassung nicht berücksichtigt werden können.

Das Sonnenkind

Das Sonnenkind ist ein positiver innerer Gefühlszustand, in dem wir uns im Hier und Jetzt befinden und nicht über uns selbst nachdenken. Die Autorin spricht von einem Freude- und Spaßpotenzial eines unbeschwerten Kindes, was wir alle in uns tragen.

Stefanie Stahl erklärt, dass wir eine Vision brauchen, um uns von den alten Mustern befreien und neue Wege gehen zu können. Wir brauchen etwas, auf das wir hinarbeiten können.

Dazu gibt es Buch wieder Übungen, die im Rahmen dieser Zusammenfassung jedoch nicht berücksichtigt werden können.

Schatzstrategien

Bei den sogenannten Schatzstrategien handelt es sich um alternative Verhaltensweisen, durch die wir die Schutzstrategien unseres Schattenkindes ersetzen können.

Bevor die Autorin konkrete Schatzstrategien vorstellt, kommt sie auf die Wichtigkeit der innere Einstellung zu sprechen:

  • Wir sind für unser Glück verantwortlich: Wir können Einfluss auf unsere Gefühle nehmen, indem wir uns für eine entsprechende Haltung entscheiden.
  • Werte können uns helfen: Wenn unser Handeln höheren Werten dient, kann uns das auf einer tiefen Ebene glücklich machen. Außerdem sind Werte ein hervorragendes Mittel gegen Angst.
  • Auf die Stimmung kommt es an: Alles geht uns einfach von der Hand, wenn wir uns in einer gehobenen Gestimmtheit befinden.
  • Wir können unsere Fantasie und unser Körpergedächtnis nutzen: Bilder, Farben, Gerüche und Töne können in unserem Gehirn blitzschnell positive wie negative Assoziationen aktivieren. Unsere Stimmung wird auch von unserer Körperhaltung beeinflusst.
  • Unser Glück und Unglück dreht sich um unsere Beziehungen: In unserem Leben dreht sich fast alles um unsere zwischenmenschlichen Beziehungen. Gute Beziehungen machen uns glücklich, schlechte unglücklich.

Als Nächstes führt die Autorin einige Möglichkeiten auf, wie wir in den Modus des Sonnenkindes kommen können. Dazu zählen:

  • Wenn es schnell gehen muss, sich die neuen Glaubenssätze und Werte vorsagen, die an die eigenen Stärken und Ressourcen erinnern.
  • Das Vorstellungsbild nutzen.
  • Bei Bedarf gezielt in das Erwachsenen-Ich umschalten.
  • Sich mehr Spaß, Lebensfreude und Genuss erlauben.
  • Den Tag schon mit ein paar kleinen Spielen anfangen.
  • Lachen (auch künstlich hervorgerufenes Lachen hebt die Stimmung)
  • Gute-Laune-Workout, zu Musik tanzen
  • Trampolinspringen (Hüpf- und Sprungbewegungen sind in unserem Kopf mit guter Laune assoziiert.)

Die Schatzstrategien zielen darauf ab, unsere Beziehungen zu verbessern. Sie helfen uns dabei, authentisch zu werden und zu dem zu stehen, was wir sind; mit allen Ecken und Kanten. Denn sympathisch ist, was Macken hat. Die Schatzstrategien sind:

  • Sich selbst ertappen und sich den Unterschied zwischen Tatsachen und Interpretation bewusst machen: Um uns verändern zu können, müssen wir in die Beobachterperspektive wechseln und uns den Ist-Zustand bewusst machen. Wir müssen Abstand gewinnen und die Situation analysieren.
  • Eine gute Balance zwischen Reflexion und Ablenkung finden: Wenn die oben genannte Strategie nicht funktioniert, kann eine andere Strategie helfen, die darin besteht, sich selbst abzulenken, d. h. die Aufmerksamkeit nicht auf die eigenen Gefühle und Probleme, sondern auf die Außenwelt zu richten.
  • Sich selbst gegenüber ehrlich sein: Selbstannahme bedeutet, dass man die eigenen Stärken und Schwächen so akzeptiert, wie sie sind. Dabei können wir natürlich nur das akzeptieren, dessen wir uns bewusst sind. Außerdem ist es extrem wichtig, sich selbst gegenüber ehrlich zu sein. Die Autorin kommt auch auf das Thema Schuld zu sprechen, das wir auch gerne verdrängen. Wir sollten uns eingestehen, wenn wir uns gegenüber einer anderen Person schuldig gemacht haben. Und dann sollten wir uns entschuldigen. Dies kann unglaublich befreiend sein.
  • Sich in Wohlwollen üben: Wenn wir gut drauf sind und anderen Menschen wohlwollend begegnen, fühlen sich diese in unserer Gesellschaft wohl. Es entsteht eine positive Dynamik, von der alle Beteiligten profitieren. Wir sollten es als unsere Pflicht ansehen, im Leben möglichst viel Spaß zu haben und zu genießen.
  • Unsere Nächsten loben wie uns selbst: Zum Wohlwollen gehört auch, dass wir unsere Mitmenschen loben und ihnen Komplimente machen. Denn je mehr wir geben, umso mehr werden wir bekommen. Wenn das Loben schwerfällt, kann man dies üben, indem man sich selbst regelmäßig lobt.
  • Gute ist gut genug: Wir sollten selbstkritisch hinterfragen, warum wir bestimmte Dinge perfekt machen wollen.
  • Das Leben genießen: Wir sollten uns trauen, das Leben zu genießen. Denn Lebensfreude und Genuss versetzen uns in eine positive Stimmung, aus der sich eine positive Dynamik entwickelt.
  • Authentisch statt lieb Kind sein: Falls wir Harmoniestreber sind, müssen lernen, für uns selbst zu sorgen und Verantwortung für uns selbst zu übernehmen. Dadurch werden wir auch bei den anderen besser ankommen als mit unserer Schutzstrategie.
  • Konfliktfähig werden und Beziehungen gestalten: Wir sollten uns bewusst machen, dass wir durch das Aussprechen unserer Ansichten und Meinungen nicht in eine unterlegene und damit bedrohliche Position geraten.
  • Erkennen, wann man loslassen muss: Wir müssen uns die Tatsache bewusst machen, dass andere Menschen ebenfalls ein Schattenkind haben und ihren Interpretationen aufsitzen. Wenn sich unser Gegenüber in einer Auseinandersetzung nicht ergebnisoffen zeigt, sollten wir in Erwägung ziehen, uns abzugrenzen. Anders als viele Menschen glauben, so die Autorin, gehören nämlich nicht immer zwei dazu, wenn eine Beziehung nicht funktioniert.
  • Empathie üben: Wir sollten versuchen, die Sorgen, Ängste und Kränkungen unseres Gegenübers zu fühlen und zu verstehen. Empathie kann aber nur gelingen, wenn die eigenen Bedürfnisse weitestgehend gestillt sind und nicht unsere Aufmerksamkeit auf sich ziehen.
  • Zuhören: Eine (weitere) Grundvoraussetzung für Empathie ist Zuhören. Wir können Zuhören trainieren, indem wir dies aktiv betreiben. Dabei ist es wichtig zu verstehen, dass es mehr auf eine entsprechende innere Haltung als auf Gesprächstechniken ankommt. Wir müssen uns für das interessieren, was unser Gegenüber sagt. Außerdem sollten wir uns durch Rückfragen vergewissern, ob wir den anderen richtig verstanden haben.
  • Gesunde Grenzen setzen: Wir müssen einsehen, dass wir zuerst für uns selbst sorgen müssen, bevor wir für andere da sein können. Im Flugzeug soll man sich ja auch zuerst selbst die Sauerstoffmaske aufsetzen, bevor man anderen hilft, ihre Masken aufzusetzen. Wir müssen auf unseren Körper achten und aktiv dafür sorgen, dass unsere eigenen Bedürfnisse erfüllt werden.
  • Lernen, Nein zu sagen: Wir müssen damit aufhören zu fantasieren, dass die anderen von uns enttäuscht sind, wenn wir ihnen einen Wunsch ausschlagen. In Wahrheit werden die anderen nicht annähernd so heftig reagieren, wie wir uns einbilden.
  • Sich selbst und dem Leben vertrauen: Wir sollten uns die Frage stellen, was schlimmstenfalls passieren kann, wenn wir uns mehr entspannen und dem Fluss des Lebens vertrauen. Um loslassen zu können, müssen wir lernen, negative Gefühle auszuhalten, Stichwort: Frustrationstoleranz. Die meisten Dinge, vor denen wir solche Angst haben, werden niemals eintreten. Hier kann es helfen, Entspannungsübungen und Meditation zu erlernen.
  • Gefühle regulieren: Bei den meisten Menschen steht ein ganz bestimmtes negatives Gefühl im Vordergrund, unter dem sie ständig leiden. Es kann sich zum Beispiel um Einsamkeit, Unsicherheit, Scham, Schuldgefühle, Angstzustände, Eifersucht, Trägheit oder depressive Verstimmung handeln. Hier ist es wichtig, dass wir die Trigger des Gefühls verstehen und uns Verhaltensstrategien zurechtlegen, auf die wir zurückgreifen, sobald ein solcher Trigger auftaucht. Je früher wir eingreifen, umso besser.
  • Die Kuhmeditation: Wut lässt sich durch Humor auflösen. Wir sollten wie eine Kuh gucken, denn es ist praktisch unmöglich, wie eine Kuh zu gucken und gleichzeitig wütend zu sein.
  • Sich selbst erlauben zu enttäuschen: Wir müssen uns klarmachen, dass wir Fehler machen und enttäuschen dürfen. Auch hier bedarf es einer gewissen Frustrationstoleranz.
  • Trägheit überwinden: Das beste Mittel gegen Trägheit ist aktiver Lebensstil, denn sowohl Trägheit als auch Aktivität haben eine sich selbst verstärkende Wirkung. Die Autorin spricht sich für eine feste Tagesstruktur aus, weil wir dann weniger Entscheidungen treffen müssen.
  • Widerstände auflösen: Viele Menschen halten sich selbst zurück, um ihre Autonomie unter Beweis zu stellen. Wir müssen uns klarmachen, dass diese Strategie nach hinten losgeht, denn wir selbst leiden darunter mehr als diejenigen, die wir durch unsere Bockigkeit bestrafen wollen.
  • Hobbys und Interessen pflegen: Schon Thomas von Aquin wusste, dass Arbeit und Aktivität glücklich und Trägheit traurig macht. Stichwort: Flowzustand und Sinnerfüllung. Darum sollten wir uns Hobbies zulegen und unseren eigenen Interessen nachgehen.

Stefanie Stahl erklärt, dass das Schatten- und Sonnenkind (auch) Metaphern für unser Selbstwertgefühl bzw. dessen schwache und starke Anteile sind.

Letztendlich müssen wir uns erlauben, wir selbst zu sein. Denn unsere negativen Gefühle und ungünstigen Verhaltensweisen lassen sich nicht allein auf unsere Kindheitserfahrungen zurückführen, sondern basieren auch auf unserer genetischen Veranlagung, die wir kaum verändern können. Wir müssen einfach akzeptieren, dass wir verletzlich sind, Fehler machen, Schwächen haben und angreifbar sind.

Fazit

Stefanie Stahls Werk Das Kind in dir muss Heimat finden* steht völlig zu Recht schon seit Jahren auf den Bestsellerlisten. Die verwendeten Metaphern und der Aufbau des Buches sind gut durchdacht, und die Erklärungen der Psychologin treffen ohne Umschweife ins Schwarze. Absolut und uneingeschränkt für alle zu empfehlen, die sich weiterentwickeln oder ein Problem lösen wollen.

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Dr. Jan Höpker ist Wissenschaftler und Gründer der Websites HabitGym und Der perfekte Ratgeber. Mit seinem Buch Erfolg durch Fokus & Konzentration hat er bis heute mehr als 20.000 Leser erreicht und ihnen dabei geholfen, fokussierter zu leben, zu lernen und zu arbeiten.

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