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Stephen R. Covey: Die 7 Wege zur Effektivität

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Über den Autor (Stephen Covey)

Stephen R. Covey (1932-2012) war ein US-amerikanischer Hochschullehrer und Bestsellerautor. Sein erfolgreichstes Buch Die 7 Wege zur Effektivität* wurde in Dutzende Sprachen übersetzt und bis heute mehr als 30 Millionen Mal gekauft.

Dem promovierten Betriebswirt (MBA) wurden insgesamt zehn Ehrendoktortitel verliehen. Im Jahr 1996 wurde er vom Time Magazine zu einer der 25 einflussreichsten Personen gekürt.

Covey starb im Alter von 79 Jahren an den Folgen eines Fahrradunfalls. Er hatte neun Kinder.

Disclaimer: Das Buch Die 7 Wege zu Effektivität enthält eine Fülle an Wissen und Weisheiten. Obwohl ich mir große Mühe gegeben habe, war es mir nicht möglich, den Inhalt verlustfrei zusammenzufassen. Diese Zusammenfassung kann das Buch nicht ersetzen.

Zusammenfassung

Viel zu oft sind wir gezwungen, sofort und schnell Ergebnisse zu liefern – zu Lasten der Substanz. Das Leben vieler Menschen ist bereits aus der Balance geraten – sie sind verunsichert und haben Angst, ihre Entwicklung stagniert. Das Wohl der Menschen und des Planeten sind gefährdet. Um die Kurve zu kriegen, müssen wir das Dogma der Effizienz hinter uns lassen und auf Effektivität setzen.

Stephen Covey hat die Prinzipien, auf denen Effektivität beruht, weder entdeckt noch erfunden, sondern lediglich zusammengetragen – in seinem Buch Die 7 Wege zur Effektivität. Der Titel der deutschsprachigen Ausgabe ist unglücklich gewählt, denn er suggeriert, dass es mehrere Wege zur Effektivität gibt. (Im Original heißt das Buch The 7 Habits Of Highly Effective People* – wörtlich übersetzt: »Die 7 Gewohnheiten höchst effektiver Personen«.)

Tatsächlich beschreibt das Buch nur einen Weg, denn es handelt nicht von alternativen Wegen, sondern von Prinzipien und Gewohnheiten. Wir müssen sie alle beachten, um zu einer höchst effektiven Person zu werden.

Das große Thema des Buches ist die einzigartige Fähigkeit, die uns Menschen von allen anderen Tieren unterscheidet: Kooperation. Nur wir sind in der Lage, mit nahezu beliebig vielen anderen Individuen der Spezies Homo sapiens zu kooperieren. Die gelungene Kooperation bezeichnet Covey als »öffentlichen Erfolg«. Doch bevor wir in der Lage sind, effektiv zu kooperieren, müssen wir erst eine bestimmte Entwicklungsstufe erreichen, den »privaten Erfolg«.

Das Buch besteht aus vier Teilen:

  • Im ersten Teil stellt der Autor einige grundlegende Prinzipien vor, auf denen die »Wege« zur Effektivität beruhen.
  • Der zweite Teil handelt vom ersten, zweiten und dritten Weg zur Effektivität, die dem privaten Erfolg zugrunde liegen.
  • Im dritten Teil geht es um den vierten, fünften und sechsten Weg, die zum öffentlichen Erfolg führen.
  • Teil vier dreht sich um den siebten Weg, der sicherstellt, dass die Substanz erhalten bleibt.

Teil 1 – Paradigmen und Prinzipien

Im ersten Teil werden die Grundlagen behandelt. Erfolg entsteht durch Verhalten. Doch wie kommt das Verhalten, das zum Erfolg führt, zustande? Außerdem: Was sind Prinzipien und Paradigmen?

Von innen nach außen

Im Rahmen seiner Dissertation hatte Covey die Erfolgsliteratur der letzten zwei Jahrhunderte studiert. Dabei war ihm aufgefallen, dass die allermeisten Bücher, Artikel und Aufsätze aus der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg extrem oberflächlich sind. Fast immer geht es nur darum, die eigene Außenwirkung zu manipulieren.

Mithilfe von Techniken und Patentlösungen sollen andere dazu gebracht werden, zu glauben, man sei erfolgreich. Covey bezeichnet das als »Persönlichkeits-Ethik«. Auf lange Sicht ist die Persönlichkeits-Ethik zum Scheitern verurteilt, denn sobald die Manipulation durchschaut wird, ist das Vertrauen verspielt. Und ohne Vertrauen ist effektive Kooperation nicht möglich.

In der Literatur aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg steht nicht die Persönlichkeit, sondern der Charakter im Vordergrund. Covey spricht von »Charakter-Ethik«. Hier geht es nicht darum, die Außenwirkung zu manipulieren, sondern bestimmte Charaktereigenschaften wie Integrität, Geduld und Fleiß zu verinnerlichen.

Auf lange Sicht kann nur die Charakter-Ethik Früchte tragen, denn wir vermitteln das, was wir sind, viel stärker als das, was wir sagen oder tun! Erfolgs- und Persönlichkeitstechniken müssen auf Wahrhaftigkeit beruhen!

Die Macht des Paradigmas

Unser Verhalten wird von unserer Sicht der Dinge gesteuert. Und unsere Sicht der Dinge resultiert aus unserer Wahrnehmung. Jedoch nehmen wir die Welt nicht so wahr, wie sie wirklich ist, sondern wir betrachten sie durch eine Art Brille: unsere Paradigmen.

Paradigmen lassen sich mit Landkarten vergleichen. In unserem Gehirn gibt es ein Modell der Welt sowie Modelle von Personen, Dingen und Gesetzmäßigkeiten. Diese Modelle – unsere Paradigmen – sind immer stark vereinfacht und oftmals sogar falsch. Im Alltag stellen wir sie jedoch nicht infrage, sondern gehen davon aus, dass sie zutreffend und wahr sind.

Covey zeigt dies an einem anschaulichen Beispiel, das wir alle kennen: Der berühmten Zeichnung My Wife and My Mother-In-Law des Cartoonisten W. E. Hill aus dem Jahr 1915. Einige Menschen sehen in dem Bild eine alte Frau, während andere eine junge Frau sehen. Beide haben recht! Und wenn wir uns Mühe geben, können wir unsere Sichtweise ändern. Das gilt für alle Paradigmen.

Unsere Paradigmen sind der Ursprung unserer Einstellung und unseres Verhaltens. Wenn ein Paradigma ungünstig oder falsch ist (zum Beispiel das Paradigma, dass Effizienz die Lösung ist), dann kann alle Mühe umsonst oder sogar kontraproduktiv sein. Paradigmen lassen sich nicht vom Charakter trennen.

Um Verhalten zu verändern, bedarf es eines Paradigmenwechsels. Dieser hat die Macht zu einschneidender Veränderung, die sich innerhalb von Sekunden vollziehen kann. (Es kann aber auch länger dauern.)

Charakter-Ethik bedeutet, an Paradigmen zu arbeiten – genauer gesagt: an jenen Paradigmen, die sich auf grundlegende Prinzipien beziehen. Diese grundlegenden Prinzipien sind wie Naturgesetze – es sind die 7 Wege zur Effektivität.

Covey erklärt, dass Prinzipien keine Praktiken sind. Praktiken sind situationsspezifische Handlungen. Prinzipien hingegen beruhen auf fundamentalen Wahrheiten mit universeller Anwendbarkeit. Wenn ein Prinzip wahr ist, kann es als Grundlage für ein breites Spektrum an Handlungen dienen.

Die Prinzipien von Wachstum und Wandel

Warum ist die Persönlichkeits-Ethik so beliebt, obwohl sie nicht funktioniert? Weil sie uns vorgaukelt, dass wir Erfolg haben können, ohne wachsen und an uns arbeiten zu müssen. Die Wahrheit ist eine andere. Der Autor beschreibt sie so:

»Das ganze Leben besteht aus aufeinander aufbauenden Stadien von Wachstum und Entwicklung. … Jeder Schritt ist wichtig, und jeder braucht seine Zeit. Man kann keinen Schritt überspringen. … Es ist unmöglich, diesen Entwicklungsprozess zu ignorieren oder abzukürzen.«

Der Prozess führt zum Glücklichsein. Der Anfang ist am schwersten, später wird es einfacher.

Tiefgreifende Probleme können nicht auf der oberflächlichen Ebene gelöst werden, auf der die Symptome zutage treten. Die Probleme müssen dort gelöst werden, wo sie entstehen – auf der Ebene der 7 Wege zur Effektivität. Man muss bei sich selbst beginnen, bei den eigenen Paradigmen, den eigenen Werten und Motiven, dem eigenen Charakter.

Unser Charakter drückt sich durch unsere Gewohnheiten aus. Covey definiert Gewohnheiten als die Schnittmenge zwischen Wissen, Können und Wollen. Sich etwas zur Gewohnheit zu machen, erfordert Arbeit in allen drei Bereichen. Schlechte Gewohnheiten zu durchbrechen, ist ein langwieriger Prozess, der viel Engagement erfordert.

Das Reifekontinuum

Es gibt drei Reifestufen: Abhängigkeit, Unabhängigkeit und Interdependenz. Covey erklärt sie folgendermaßen:

»Abhängige Menschen brauchen andere, um zu bekommen, was sie wollen. Unabhängige Menschen können aus eigener Kraft das erreichen, was sie wollen. Interdependente Menschen tun sich mit anderen zusammen, um gemeinsam zu noch größerem Erfolg zu gelangen.«

Die sieben Wege ermöglichen den Aufstieg: Die ersten drei Wege führen von der Abhängigkeit (Dependenz) zur Unabhängigkeit (Independenz). Die Wege vier, fünf und sechs führen von der Unabhängigkeit zur wechselseitigen Abhängigkeit (Interdependenz).

Was ist Effektivität?

Covey erklärt, dass wahre Effektivität aus zwei Dingen bestehe, nämlich dem, was produziert wird (P – für Produktion), und dem produzierenden Faktor (PK – für Produktionskapazität). Echte Effektivität braucht Gleichgewicht – das P/PK-Gleichgewicht. Zur Veranschaulichung erzählt Covey Aesops Fabel von der Gans, die goldene Eier legt.

Eines Morgens entdeckte ein armer Bauer im Nest seiner Gans ein goldenes Ei. Es stellte sich heraus, dass es aus reinem Gold bestand. Der Bauer konnte sein Glück kaum fassen. Am nächsten Tag fand er das nächste goldene Ei im Nest der Gans. So ging es weiter, Tag für Tag. Der Bauer wurde sehr reich.

Doch mit zunehmendem Reichtum entwickelte der Bauer Gier und Ungeduld. Er wollte nicht mehr jeden Tag auf das nächste goldene Ei warten – er wollte alle goldenen Eier sofort haben. Also schlachtete er die Gans und schnitt sie auf. Doch zu seiner Überraschung befand sich kein Gold in der toten Gans. Mit der Gans hatte der Bauer auch die Chance getötet, weitere goldene Eier zu bekommen.

Auf der Suche nach kurzfristigen Gewinnen und schnellen Erfolgen laufen wir stets Gefahr, unsere Vermögenswerte zu ruinieren. Covey erklärt, dass es drei Arten von Vermögenswerten gibt: physische, finanzielle und menschliche.

Teil 2 – Der private Erfolg

Erster Weg: Pro-aktiv sein

Unsere Selbstwahrnehmung versetzt uns in die Lage, über unser Denken nachzudenken und unsere Erfahrungen auszuwerten, um aus ihnen zu lernen. Unserer Selbstwahrnehmung verdanken wir unser Selbst-Paradigma.

Covey erklärt, dass die meisten Menschen davon ausgehen, dass sie von äußeren Umständen und ihrer Konditionierung fremdbestimmt sind. Sie glauben, dass sie darauf konditioniert wurden, auf diese oder jene Art auf bestimmte Reize zu reagieren (Reiz-Reaktions-Theorie).

Dieses Selbst-Paradigma ist falsch! Covey beruft sich auf den österreichischen Neurologen und Psychiater Viktor Frankl, der als Insasse mehrerer Konzentrationslager an sich selbst festgestellt hatte, dass die »letzte Freiheit des Menschen« darin besteht, die Reaktion auf Reize selbst zu wählen. Wir haben immer eine Wahl!

Neben der Selbstwahrnehmung verfügen wir über weitere mentale Werkzeuge:

  • Mit unserer Imagination können wir uns alternative Wirklichkeiten vor unserem geistigen Auge vorstellen.
  • Mit unserem Gewissen können wir Recht von Unrecht unterscheiden.
  • Unser freier Wille versetzt uns in die Lage, ohne äußere Einflüsse eigenmächtig zu handeln.

Pro-aktiv sein bedeutet anzuerkennen, dass jeder Mensch für sein Leben selbst verantwortlich ist. Unser Verhalten hängt von unseren Entscheidungen ab und nicht von äußeren Umständen. Mit unserer Tatkraft können wir die Dinge gestalten.

Covey stellt pro-aktiven Menschen reaktive Menschen gegenüber, die von ihren Gefühlen, ihrem Umfeld und den äußeren Umständen getrieben werden. Im Gegensatz dazu lassen sich pro-aktive Menschen nur von Werten leiten, die sie sorgfältig überdacht, gewissenhaft ausgewählt und stark verinnerlicht haben.

Solange wir nicht anerkennen, dass wir dort sind, wo wir heute sind, weil wir gestern bestimmte Entscheidungen getroffen haben, können auch nicht anerkennen, dass wir im Hier und Jetzt eine Wahl haben.

»Pro-aktive Menschen ergreifen die Initiative. Sie tun das, was nötig ist, um die Aufgabe zu erledigen – und zwar im Einklang mit grundlegenden Prinzipien.«

Der Unterschied zwischen Menschen, die die Initiative ergreifen, und Menschen, die es nicht tun, ist wie der Unterschied zwischen Tag und Nacht. Erstere sind um ein Vielfaches effektiver. Entsprechend hängt der Erfolg im Leben stark von der Entwicklung »pro-aktiver Muskeln« ab.

Interessen- und Einflussbereich

Alle Dinge, die uns tangieren, liegen in unserem Interessenbereich. Innerhalb des Interessenbereichs gibt es den Einflussbereich, der die Dinge enthält, die wir aktiv beeinflussen können. Das Wetter liegt im Interessenbereich, aber außerhalb des Einflussbereichs. Das eigene Körpergewicht hingegen liegt im Einflussbereich.

Pro-aktive Menschen wenden den Großteil ihrer Zeit und Energie für Dinge auf, die sich in ihrem Einflussbereich befinden. Hingegen verschwenden reaktive Menschen sehr viel Zeit und Energie mit Dingen, die sie nicht beeinflussen können: die Schwächen anderer Personen, die äußeren Umstände usw.

Während pro-aktive Menschen Selbstwirksamkeit aufbauen, tun reaktive Menschen genau das Gegenteil. Der Einflussbereich pro-aktiver Menschen wir stetig größer, während der Einflussbereich reaktiver Menschen mit der Zeit immer kleiner wird.

Außerdem vergrößern pro-aktive Menschen ihren Einflussbereich, indem sie sich Gewohnheiten und Einflussmethoden aneignen.

Versprechen, Verpflichtungen und Ziele

Pro-Aktivität ist wichtig, wenn es um Verpflichtungen, Versprechen und Ziele geht. Um zu wachsen, müssen wir uns Ziele setzen und an ihnen arbeiten. Unsere Stellschrauben sind Wissen, Können und Wollen.

Zweiter Weg: Schon am Anfang das Ende im Sinn haben

Von Anfang an das Ende im Sinn zu haben bedeutet, mit einer klaren Vorstellung des Ziels zu starten und genau zu wissen, wo man hinmöchte. Nur so können wir der Aktivitätsfalle entkommen und sicherstellen, dass wir immer in die richtige Richtung gehen und keinen unserer Werte verletzen.

Covey regt dazu an, das Ende zu visualisieren: die eigene Beerdigung. Wir sollen darüber nachdenken, was unsere Familienmitglieder, Freunde und Kollegen in ihren Trauerreden über unseren Charakter und unsere Beiträge und Leistungen sagen sollen. Sinn und Zweck der Übung ist es, mit dem inneren Führungssystem in Kontakt zu treten. Wir sollen unsere grundlegenden Werte spüren.

Ob wir uns dessen bewusst sind oder nicht, alles in unserem Leben wird zweimal geschaffen: als Vision und in der Realität. Mit unserer Vorstellungskraft können wir eine klare Vision unserer Zukunft entwickeln. Unser Gewissen kann uns dabei helfen, unsere Vision mit unseren Talenten, Möglichkeiten und Prinzipien in Einklang zu bringen. So können wir das Drehbuch unseres Lebens selbst schreiben.

Nur wenn wir unsere Werte jeden Tag im Blick haben, werden wir immer integer handeln. Damit wir uns unserer Werte bewusster werden, schlägt Covey vor, dass wir ein Leitbild formulieren. Ein Leitbild ist wie die Verfassung eines Staates.

In unserem Leitbild definieren wir:

  • Was wir sein wollen (unser Charakter) und was wir tun wollen (unsere Beiträge und Leistungen)
  • Die Werte und Prinzipien, auf denen unser Tun beruhen soll.

Das Leitbild muss regelmäßig überarbeitet werden. In Coveys Augen ist dieser Prozess genauso wichtig wie das Ergebnis.

Das Zentrum

Covey erklärt, dass jeder Mensch ein sogenanntes Zentrum hat. Typische Zentren sind der Partner, die Familie, Geld, die Arbeit, Besitz, Vergnügen, Freundschaft, die Kirche oder man selbst (Ichzentriertheit). Jeder Mensch hat ein einziges oder mehrere Zentren, von denen je nach Situation eines aktiv ist.

Wir werden stark von unserem Zentrum beeinflusst. Von ihm hängt ab, wie wir entscheiden und handeln und wie wir die Ereignisse interpretieren. Aus unserem Zentrum beziehen wir auch den Antrieb (Motivation) für unsere Pro-Aktivität.

Ein ungünstiges Zentrum sollte durch ein besseres Zentrum ersetzt werden. Covey rät dazu, Prinzipien ins Zentrum zu stellen. Dadurch würden wir ein besonders solides Fundament für die »Entwicklung der vier lebenswichtigen Faktoren« Sicherheit, Weisheit, Orientierung und Kraft gewinnen.

Als prinzipienorientierte Menschen, so Covey, sehen wir die Dinge anders. Und wenn wir die Dinge anders sehen, dann denken und handeln wir auch anders.

Dritter Weg: Das Wichtigste zuerst tun

Im dritten Weg geht es darum, den freien Willen einzusetzen, um das Wichtigste zuerst zu tun – auch wenn es anstrengend ist und keinen Spaß macht. Die dafür notwendige Kraft kommt aus dem Leitbild.

Zeit- und Selbstmanagement

Jede Aufgabe ist wichtig oder unwichtig und außerdem entweder dringend oder nicht dringend. Durch Kombination ergeben sich vier Kategorien (die vier Quadranten der Zeitmanagement-Matrix):

  • Wichtig und dringend (1. Quadrant)
  • Wichtig, aber nicht dringend (2. Quadrant)
  • Nicht wichtig, aber dringend (3. Quadrant)
  • Nicht wichtig und auch nicht dringend (4. Quadrant)

Es liegt in unserer menschlichen Natur, sofort auf Dringendes reagieren zu wollen. Hingegen schieben wir wichtige Aufgaben, die nicht dringend sind, auf die lange Bank. Mit anderen Worten: Wir ziehen die Aufgaben des dritten Quadranten denen des zweiten Quadranten vor, obwohl es umgekehrt besser wäre.

Effektive Menschen haben diesen Bias überwunden. Sie wenden kaum Energie für den dritten und vierten Quadranten auf. Indem sie sich insbesondere mit dem zweiten Quadranten beschäftigen, bringen sie ihren ersten Quadranten dazu, zu schrumpfen.

Covey erklärt, dass wir zu den unwichtigen Dingen nein sagen müssen. Der Schlüssel ist aber nicht Selbstdisziplin. Entscheidend ist, dass unsere Prioritäten tief in unserem Hirn und Herz verwurzelt sind. Das erreichen wir durch Prinzipienzentrierung. Wenn wir hingegen auf unseren Partner, Geld, Freunde, Vergnügen oder irgendeinen anderen extrinsischen Faktor gepolt sind, dann landen wir immer wieder im ersten und dritten Quadranten.

Covey rät dazu, das eigene Leben auf wöchentlicher Basis zu planen und Termine für unsere Prioritäten festzusetzen. Der ideale Tag zum Planen ist der Sonntag. Auf die Details von Coveys Planungssystem kann ich im Rahmen dieser Zusammenfassung leider nicht eingehen.

Ein wichtiges Werkzeug ist das Delegieren. Covey unterscheidet zwischen Aufgaben- und Verantwortungsdelegation. Erstere ist effizient, Letztere effektiv.

Teil 3 – Der öffentliche Erfolg

Die Wege eins, zwei und drei machen uns unabhängig – sie versetzen uns in die Lage, aus einem inneren Antrieb heraus Ziele zu setzen und anzusteuern. Nun sind wir in der Lage, mit anderen Menschen zu kooperieren, um gemeinsam noch größere Ziele zu erreichen. Covey spricht von Interdependenz.

Wenn wir nicht bereit sind, echte Unabhängigkeit zu erreichen, lohnt es sich nicht, Beziehungsfähigkeit entwickeln zu wollen. Der wichtigste Bestandteil jeder Beziehung ist nämlich nicht das, was wir sagen oder tun, sondern das, was wir sind.

Paradigmen von Interdependenz

Worauf kommt es in interdependenten Situationen an? In seiner Antwort bezieht sich Covey erneut auf Aesops Fabel von der Gans, die goldene Eier legt. In einer Beziehung, so Covey, sind die goldenen Eier Effektivität, Synergie, offene Kommunikation und positive Interaktion. Um all das aufrechtzuerhalten, müssen wir uns um die Gans – die Beziehung – kümmern und diese pflegen.

Das emotionale Beziehungskonto

Covey erklärt, dass es zu jeder zwischenmenschlichen Beziehung ein Beziehungskonto gibt, das mit einem Bankkonto vergleichbar ist. Beide Seiten können Einzahlungen und Abhebungen tätigen. Wenn das Konto gut gefüllt ist, legt die Gans goldene Eier. Wenn das Konto hingegen (fast) leer ist, dann kann die Beziehung keine goldenen Eier hervorbringen.

Wie können wir auf Beziehungskonten einzahlen? Covey beschreibt sechs »wertvolle Einzahlungen«:

  • Den anderen verstehen. Es sind nur solche Einzahlungen wirksam, die der andere als Einzahlung betrachtet. Wir dürfen nicht von uns auf andere schließen. (Siehe fünfter Weg)
  • Kleinigkeiten beachten. Kleine Gefälligkeiten und Aufmerksamkeiten sind enorm wichtig, Rücksichtslosigkeit und Unhöflichkeit enorm schädlich.
  • Verpflichtungen einhalten. Wir sollten nie ein Versprechen geben und es dann nicht einhalten. Wenn wir ein Versprechen nicht einhalten können, dann müssen wir das erklären und den anderen bitten, uns von unserem Versprechen zu entbinden.
  • Erwartungen klären. Unklare Erwartungen führen zu Missverständnissen und Enttäuschungen. Es ist wichtig, Erwartungen explizit zu benennen.
  • Integrität zeigen. Integrität geht über Ehrlichkeit hinaus. Ehrlich sein bedeutet, die Wahrheit zu sagen. Integrität heißt, Versprechen zu halten und Erwartungen zu erfüllen.
  • Abhebungen vom Beziehungskonto entschuldigen. Damit eine Entschuldigung als Einzahlung anerkannt wird, muss sie erkennbar von Herzen kommen.

Vierter Weg: Gewinn-Gewinn denken

Stephen Covey beschreibt sechs Paradigmen der zwischenmenschlichen Interaktion:

  • Gewinn-Gewinn. Menschen mit dieser Einstellung sind bestrebt, Vorteile für alle Beteiligten zu suchen, sodass sich alle wohlfühlen. Dahinter steckt das Paradigma, dass der Kuchen groß genug ist, um alle satt zu machen.
  • Gewinn-Verlust. Menschen mit dieser Einstellung setzen Geld, Macht und Beziehungen ein, um zu bekommen, was sie haben wollen. Dahinter steckt das Paradigma des Nullsummenspiels – man kann nur gewinnen, wenn gleichzeitig ein anderer verliert.
  • Verlust-Gewinn. Menschen mit dieser Einstellung opfern sich selbst für andere auf, weil sie gefallen oder Konflikten aus dem Weg gehen wollen. Oftmals fressen sie negative Gefühle in sich hinein.
  • Verlust-Verlust. Wenn zwei Menschen mit Gewinn-Verlust-Einstellung aneinandergeraten, ergibt sich fast zwangsläufig ein Verlust-Verlust.
  • Gewinn. Menschen mit dieser Einstellung wollen einfach nur gewinnen. Sie interessieren sich nicht für Konkurrenten und potenzielle Kooperationspartner.
  • Gewinn-Gewinn oder kein Geschäft. Diese Einstellung ist der Gewinn-Gewinn-Einstellung überlegen. Man einigt sich darauf, nach einem Gewinn-Gewinn zu suchen und – falls kein Gewinn-Gewinn möglich ist – (vorerst) nicht ins Geschäft zu kommen.

Welches Paradigma ist am besten? Es kommt auf die Situation an. Gewinn-Gewinn und Gewinn-Gewinn oder kein Geschäft sind Idealvorstellungen, die sich in der Realität nicht immer erreichen lassen. Jedoch sollten wir sie anstreben, denn dies ist die Voraussetzung für erfolgreiche zwischenmenschliche Interaktionen.

Gewinn-Gewinn ist nicht nur eine Frage der Einstellung, sondern auch eine Frage von Methoden. Mit Gewinn-Verlust-Methoden lassen sich keine Gewinn-Gewinn-Ergebnisse erzielen.

Die Dimensionen von Gewinn-Gewinn
  • Charakter und Beziehung. Gewinn-Gewinn funktioniert nur, wenn das Beziehungskonto nicht überzogen ist und wenn alle Beteiligten unabhängige Persönlichkeiten sind, die über Integrität, Reife und die Überfluss-Mentalität verfügen.
  • Vereinbarungen. Es muss eine Leistungsvereinbarung geben, in der das gewünschte Ergebnis sowie Richtlinien, Ressourcen und Konsequenzen geregelt sind. Eine solche Vereinbarung ist wichtig, damit alle Parteien ihren Fortschritt und Erfolg selbst messen können.
  • Strukturen und Systeme. Die Belohnungsstruktur muss auf Gewinn-Gewinn ausgerichtet sein. Wenn Gewinn-Gewinn gepredigt, aber Gewinn-Verlust belohnt wird, ist Gewinn-Gewinn nicht möglich.
  • Prozesse. Wenn es zu Problemen kommt sollte man davon ausgehen, dass nicht Personen, sondern Prozesse der Grund für die Probleme sind.

Fünfter Weg: Erst verstehen, dann verstanden werden

Kommunikation (darunter fallen Lesen, Schreiben, Sprechen und Zuhören) ist die wichtigste menschliche Fähigkeit. Doch wir alle sind schlechte Zuhörer, denn wir neigen dazu, andere mit halbgaren Ratschlägen zu belästigen, noch bevor wir ihre Situation verstanden haben.

Covey erklärt, dass unser Gegenüber das psychologische Bedürfnis hat, verstanden zu werden. Solange wir dieses Bedürfnis nicht befriedigt haben, kann sich niemand auf unsere Vorschläge und Lösungen einlassen, denn unserer Diagnose, auf der unsere Vorschläge und Lösungen beruhen, ist nicht zu trauen.

Den größten Fehler, den die meisten Menschen beim Zuhören und Diagnostizieren machen, bezeichnet der Autor als »autobiografisches Zuhören«. Wir projizieren unsere eigenen Erfahrungen und Motive auf die Situation der anderen.

Der Schlüssel zu einer effektiveren zwischenmenschlichen Kommunikation lautet: Erst verstehen, dann verstanden werden. Wir müssen lernen, besser zuzuhören.

Covey hält jedoch nichts von Techniken wie dem aktiven Zuhören, weil Techniken nicht aufrichtig sind. Wenn unser Gegenüber bemerkt, dass wir eine Technik anwenden, wird er uns nicht mehr vertrauen. Das von Covey propagierte einfühlsame Zuhören ist keine Technik, sondern eine Einstellung – eine Frage des Charakters.

Wahre Meister des einfühlsamen Zuhörens sind in der Lage, das Gesagte neu zu formulieren und dabei auch die Gefühle des Gegenübers zu reflektieren. Der andere bekommt die Möglichkeit, seine Situation von außen und aus einem (leicht) anderen Blickwinkel zu betrachten. Das kann bereits dazu führen, dass sich Knoten in seinem Kopf lösen und er die Lösung seiner Probleme selbst erkennt.

Wer anderen einfühlsam zuhört, zahlt große Beträge auf das emotionale Beziehungskonto ein.

Sechster Weg: Synergie schaffen

Covey erklärt, dass uns alle bisher besprochenen Gewohnheiten auf die Gewohnheit der Synergie vorbereiten. Synergie bedeutet, dass das Ganze größer als die Summe seiner Teile ist. Synergie bedeutet, dass eine neue, überlegene Alternative entsteht, die es bisher noch nicht gab.

Synergie lässt sich nicht erzwingen. Und da man im Voraus nicht wissen kann, wo die Reise hinführt, braucht man innere Sicherheit, Abenteuerlust, Entdeckungsgeist und Kreativität. Synergie findet außerhalb der Komfortzone statt.

Der eine oder andere fragt sich vielleicht, ob das soeben Gesagte nicht dem zweiten Weg widerspricht (von Anfang an das Ende im Sinn haben). Covey erklärt, dass es keinen Widerspruch gibt.

Synergie kann nur entstehen, wenn wir mentale, emotionale und psychische Unterschiede schätzen und respektieren. Zwei identische Menschen können keine Synergie zustande bringen. Wir müssen lernen, Unterschiede zu schätzen, da sie unseren Horizont erweitern und uns helfen, die Wirklichkeit besser zu verstehen.

Teil 4 – Erneuerung

Siebter Weg: Die Säge schärfen

Das Kapitel beginnt mit der Geschichte vom Säger. Ein Spaziergänger kommt an einem Mann vorbei, der gerade dabei ist, einen Baum zu zersägen. Der Säger sägt und sägt und sägt … und der Spaziergänger sieht sofort, dass die Säge stumpf ist. Er spricht den Säger an: »Warum machen Sie denn keine Pause, um ihre Säge zu schärfen?« Die Antwort des Sägers: »Dazu habe ich keine Zeit. Ich bin zu sehr mit dem Sägen beschäftigt.«

Die Säge ist eine Metapher für unsere Produktionskapazität (PK), über die wir bereits gesprochen haben. Der siebte Weg bedeutet, sich die Zeit nehmen, um die Säge zu schärfen.

Stephen Covey unterscheidet vier Dimensionen der Erneuerung:

  • Physisch. Um uns körperlich fit zu halten, müssen wir uns gesund ernähren und Sport treiben. Indem wir regelmäßig körperlich anstrengende Dinge tun, sorgen wir dafür, dass uns alle anstrengenden Aufgaben leichter fallen.
  • Sozial und emotional. Die emotionale Dimension lässt sich nicht von der sozialen Dimension trennen. Wie wir uns fühlen, hängt vom Zustand unserer sozialen Beziehungen ab. Wie wir auf emotionale Beziehungskonten einzahlen, wissen wir bereits.
  • Mental. Viele Menschen lassen ihren Geist vertrocknen, sobald sie die Schule oder Universität abgeschlossen haben. Sie ziehen es vor, ihre Zeit online oder vor dem Fernseher zu verbringen. Covey rät dazu, den Medienkonsum so weit es geht einzuschränken und dafür regelmäßig gute Literatur zu lesen.
  • Spirituell. Unter der spirituellen Dimension versteht Covey unseren Kern, unser Zentrum und unser persönliches Wertesystem. Er empfiehlt, dass wir uns regelmäßig Quellen aussetzen, die uns inspirieren. Einige Menschen finden in der Literatur oder Musik Inspiration, andere finden sie in der Natur.

Covey erklärt, dass wir keine der vier Dimensionen vernachlässigen dürfen, denn eine vernachlässigte Dimension wird alle anderen Dimensionen mit sich in die Tiefe ziehen.

Unser Gewissen hilft uns dabei, zu erkennen, ob wir im Einklang mit korrekten Prinzipien leben. Dazu müssen wir unser Gewissen »trainieren«. Wir müssen in die »aufwärts gerichtete Spirale« eintreten, in der wir durch wiederholte Zyklen von Lernen, (Selbst)Verpflichtung, Handlung und erneutem Lernen immer weiter aufsteigen.

Der wichtigste Weg ist übrigens immer der, der uns am schwersten fällt.

Fazit

Wie gesagt, kann Die 7 Wege zur Effektivität unmöglich verlustfrei zusammengefasst werden. Auf die vielen autobiografischen Geschichten und Anekdoten, die die abstrakten Konzepte und Prinzipien mit Leben füllen, musste ich im Rahmen dieser Zusammenfassung gänzlich verzichten.

Obwohl das Buch schon über 30 Jahre alt ist, hat es nicht an Aktualität verloren. Im Gegenteil: Gerade heute fällt es vielen Menschen schwer, ihrem Leben einen Sinn zu geben und sich mit anderen zu verbinden. Die 7 Wege zur Effektivität kann dabei eine große Hilfe sein.

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Dr. Jan Höpker ist Wissenschaftler und Gründer der Websites HabitGym und Der perfekte Ratgeber. Mit seinem Buch Erfolg durch Fokus & Konzentration hat er bis heute mehr als 20.000 Leser erreicht und ihnen dabei geholfen, fokussierter zu leben, zu lernen und zu arbeiten.

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